Marktbericht Frankfurt Finanzwerte ziehen Dax tief ins Minus

Massive Verkäufe bei Finanzwerten wegen der Furcht vor bösen Folgen der US-Hypothekenkrise haben den Dax am Freitag in die Tiefe gerissen. Mit erneuten Finanzspritzen versuchten die Notenbanken das Bankensystems zu stützen und die Anleger zu beruhigen. Der Leitindex schloss bei außerordentlich hohen Umsätzen 1,5 Prozent im Minus bei 7 343 Punkten.
Auf der Anzeigetafel im Frankfurter Handelssaal geht die Kurve weiter nach unten. Foto: dpa Quelle: dpa

Auf der Anzeigetafel im Frankfurter Handelssaal geht die Kurve weiter nach unten. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB FRANKFURT. Besonders in der zweiten Börsenreihe in MDax und TecDax purzelten die Kurse. „Überall wird Kasse gemacht, alle bauen ihr Risiko ab“, fasste Händler Dirk Müller vom Brokerhaus ICF Kursmakler die Lage zusammen. Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba ergänzte: „Sollten noch weitere Unternehmen zugeben, dass sie Probleme mit der US-Hypothekenkrise haben und noch weitere Dinge ans Tageslicht kommen, dann wären Kursziele über 7 000 Punkte noch optimistisch.“ Erst vor vier Wochen hatte der Dax bei 8 151 Punkten ein Rekordhoch erklommen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpte wie schon am Vortag Milliardensummen zur Sicherung der Liquidität in den Geldmarkt, da sich die Banken aus Furcht vor den Folgen weiterer Schieflagen untereinander nur noch zögernd Geld leihen. „Wenn sich Notenbanken rund um den Globus zu so etwas veranlasst sehen, dann ist Feuer unter dem Dach“, erklärte Müller. Außer der EZB versorgen auch die Notenbanken der USA, Japans und Australiens die Kreditwirtschaft mit zusätzlichem Geld.

Unterdessen reißen die Negativmeldungen nicht ab. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ ist ein zweiter Hedge-Fonds der US-Investmentbank Goldman Sachs in Schwierigkeiten geraten.

In Deutschland nimmt die Finanzaufsicht BaFin im Zuge der US-Hypothekenkrise eine Fondsgesellschaft der SachsenLB unter die Lupe. Die britische Man Group verschiebt nach Reuters-Informationen ihre Pläne, erstmals einen Hedge-Fonds an die New Yorker Börse zu bringen.

Zu den größten Verlierer im Dax zählten die Aktien von Branchenprimus Deutsche Bank mit einem Minus von 3,5 Prozent. „Die Bekanntgabe, dass ein Fonds der Deutschen Bank fast eine Milliarde Euro verloren hat, verunsichert die Anleger massiv“, sagte ein Händler. Die Titel der Postbank gaben 4,2 Prozent nach und übernahmen damit die rote Laterne. Auch die Aktien der Commerzbank weiteten ihre Kursverluste vom Vortag aus und verloren 2,9 Prozent.

Die Aktien von Thyssen-Krupp bauten dagegen ihre Auftaktverluste ab und schloss 0,4 Prozent im Plus. Der Stahlkonzern hob nach einem Rekordquartal seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2006/07 an. Größter Dax-Gewinner war Volkswagen mit einem Kursanstieg von 1,8 Prozent.

Vor allem bei Werten aus der zweiten Börsenreihe machten die Anleger Kasse. Der MDax rutschte um 2,65 Prozent auf 9931,9 Punkte ab. Verkauft wurden vor allem Werte, die im Jahresverlauf kräftig gestiegen waren. So verloren die Titel von Salzgitter und SGL Carbon jeweils rund sechs Prozent. Dagegen konnten die Aktien von Fraport vier Prozent zulegen. Händler sprachen von Spekulationen, wonach die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone beim Flughafenbetreiber einsteigen will.

Im 30 Werte umfassenden Technologieindex TecDax, der um 3,7 Prozent auf 882 Punkte einbrach, konnte lediglich Morphosys leichte Kursgewinne verbuchen. Jenoptik schockte mit einem Gewinneinbruch im Halbjahr die Anleger. Die Aktien des Technologiekonzerns stürzten daraufhin um acht Prozent ab.

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