Marktbericht Frankfurt
Fusionsfantasie treibt Dax in die Höhe

Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit Kursgewinnen ins Wochenende verabschiedet. Den letzten Handelstag dieser Woche prägte dabei die geplante Übernahme des Pharmakonzerns Schering durch Bayer.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex gewann 0,44 Prozent auf 5973,14 Punkte. Im Wochenvergleich legte der Leitindex rund 90 Punkte zu und stabilisierte sich damit deutlich über der Marke von 5900 Zählern. Zeitweise hatte der Leitindex ein halbes Prozent auf 5977 Punkte zugelegt und damit so hoch wie seit Juli 2001 nicht mehr notiert. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,33 Prozent auf 8702,49 Zähler. Der TecDax rückte um 0,29 Prozent auf 732,21 Punkte vor.

Nach Einschätzung der Commerzbank dürfte der Dax bald die 6 000er Marke ins Visier nehmen. Die wichtigsten kurstreibenden Faktoren seien die Fusions- und Übernahmefantasie sowie die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen. Die europäische Wirtschaft befinde sich stimmungsmäßig im Aufschwung. Dies gelte auch für Deutschland, vor allem für die Industrie, wie die Daten aus Produktion, Auftragseingang und Export zeigten. Dagegen warteten die eher konsumorientierten Branchen weiter auf eine Belebung des privaten Verbrauchs. Da die verfügbaren Einkommen aber auch in diesem Jahr nur wenig steigen würden, werde die private Nachfrage weiterhin Sorgenkind der Konjunktur bleiben, sagten die Experten voraus.

"Das Überschreiten der psychologischen Marke von 6000 Punkten scheint nur noch eine Frage von Tagen oder gar Stunden", sagten auch die Analysten der Landesbank Rheinland Pfalz voraus. Händler zeigten sich ebenfalls zuversichtlich, die Hürde könnte bald genommen werden. "Da das große Fressen der Konzerne täglich weitergeht, steigt auch der Dax bald auf 6000", spielte ein Händler auf das in Europa und Übersee grassierende Fusionsfieber an.

Pharmawerte erneut im Fokus

Pharmawerte standen am Freitag erneut im Fokus. Im Übernahmekampf um Schering wollte Merck das höhere Angebot des Bayer-Konzerns nicht toppen. Bayer und Schering hatten am Donnerstagabend ihre Einigung auf einen Zusammenschluss bekannt gegeben. Bayer bot 86 Euro pro Schering-Aktie und übertrumpfte damit das von den Berlinern abgelehnte Merck-Gebot von 77 Euro.

Schering-Titel schlossen unter ihrem Tageshoch von 89,45 Euro und gewannen lediglich 1,57 Prozent auf 86,30 Euro. "Nun ist die Spekulation aus der Aktie raus, dass Merck noch einmal nachlegt - daher gaben Schering einen Teil der Kursgewinne ab", hieß es am Markt. Bayer-Titel rückten um 1,93 Prozent auf 35,42 Euro vor. Im MDax drehten die Anteilsscheine der Merck KGaA nach anfänglichen Verlusten ins Plus und gewannen 0,62 Prozent auf 80,99 Euro. "Der Markt ist erleichtert, dass Merck nun doch nicht nachlegt und sich damit nicht in einen teuren Übernahmekampf verwickelt", sagte ein Händler.

Im Schlepptau dieser Spekulationen legten sowohl Altana als auch Stada zu; Die Altana-Papiere gewannen 1,74 Prozent auf 50,74 Euro, der MDax-Wert Stada kletterte um 3,75 Prozent auf 35,45 Euro. Marktteilnehmer verwiesen auf die Konsolidierungsfantasie für den gesamten Pharmasektor, die die Kurse angetrieben hätte.

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