Marktbericht Frankfurt
Hiobsbotschaft lässt Dax im Minus schließen

Der deutsche Leitindex Dax hat am Freitag nach einer ausgeprägten Berg- und Talfahrt mit Verlusten geschlossen. Während am frühen Nachmittag noch positive US-Konjunkturdaten dem Börsenbarometer Auftrieb gaben, sorgte im weiteren Handelsverlauf eine Hiobsbotschaft der renommierten Investmentbank Bear Stearns für Turbulenzen und kräftige Verluste.

HB FRANKFURT. Die angeschlagene US-Bank hat massive Liquiditätsprobleme und muss kurzfristig durch Finanzspritzen von J.P. Morgan und der regionalen Notenbank von New York vor einem möglichen Zusammenbruch bewahrt werden.

Der Dax ging mit minus 0,75 Prozent auf 6 451,90 Punkte aus dem Handel, die Schwankungsbreite im Tagesverlauf betrug rund 232 Punkte. Im Wochenverlauf gab der Leitindex damit rund einen Prozent ab und setzte seine Talfahrt weiter fort. In der ersten Märzwoche hatte der Dax rund 3,5 Prozent verloren. Der TecDax sank um 0,69 Prozent auf 731,83 Punkte. Der MDax gewann dagegen 0,19 Prozent auf 8 663,61Zähler.

Die Nachricht von Bear Stearns habe den Markt von Neuem erschüttert und das Vertrauen in die Finanztitel weiter schwinden lassen, sagte ein Händler. "Die Anleger haben realisiert, dass eine echte Branchengröße unmittelbar am Abgrund gestanden hat", sagte er.

Finanzwerte gerieten erneut unter Druck, so dass die Aktien der Commerzbank 2,38 Prozent auf 18,04 Euro verloren. Die Titel der Deutschen Bank sanken um 1,77 Prozent auf 69,99 Euro und die Postbank -Titel < DPB. ETR > gaben um 2,00 Prozent auf 58,70 Euro nach.

Die Anteilsscheine der Allianz schlossen mit einem Abschlag von 0,12 Prozent auf 111,61 Euro moderat im Minus. Zeitweise waren sie nach Aussagen der Finanzkonzerns zur Aufspaltung der Tochter Dresdner Bank ins Plus gedreht. Ein Händler sagte, dass die Dresdner Bank immer schon ein Problemkind der Allianz gewesen sei, so dass eine Neuaufstellung mit eigenständigen Banken für das Privat- und Firmenkundengeschäft einerseits und das Kapitalmarktgeschäft andererseits leicht positiv gesehen werde.

Die Aktie von Tui profitierte erneut von Zerschlagungsfantasien und gewann 6,70 Prozent auf 18,00 Euro. Anleger erhoffen sich aus zwei Teilen mehr Wert als aus einem. Dass sich der Konzern zu den jüngsten Gerüchten um eine Aufspaltung in die beiden Sparten Touristik und Schifffahrt nicht äußern wollte, kümmerte die Anleger kaum, zumal bestätigt wurde, dass es am Montag eine Aufsichtsratssitzung über eine strategische Neuausrichtung geben wird.

Die Stahlwerte erholen sich zum Teil von ihren jüngsten Verlusten und zudem sorgten Neuigkeiten über eine Konsolidierung von Teilen der Branche in Nordamerika für Unterstützung. Der schwedische Stahlproduzent Ssab hat das Röhrengeschäft seiner nordamerikanischen Tochter Ipsco an den russischen Stahlkonzern Evraz verkauft - für einen "stolzen Preis", wie ein Analyst kommentierte. Die Thyssen-Krupp -Aktien gewannen 0,94 Prozent auf 36,43 Euro und die Papiere von Salzgitter legten im MDax um 4,32 Prozent auf 113,53 Euro zu. Bei letzteren wirkte noch eine Kurszielanhebung durch Goldman Sachs von 151 auf 161 Euro positiv.

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