Marktbericht Frankfurt
Ifo-Index und Ölpreisrückgang bewahren Dax vor Minus

Eine leichte Entspannung am Ölmarkt und der gegen alle Erwartungen erneut gestiegene Ifo-Geschäftsklimaindex haben den Dax am Dienstag gestützt. Neue Zinsspekulationen nach überraschend starken US-Daten und Äußerungen von europäischen Notenbankern setzten den Leitindex am Nachmittag allerdings unter Druck.

HB FRANKFURT. Das Börsenbarometer schloss bei 6078,80 Punkten - weniger als einen Punkt unter dem Schlussstand von Montag. Dagegen profitierte der Nebenwerteindex MDax von überraschend starken Quartalszahlen einzelner Unternehmen.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl fiel am Dienstag unter 73 Dollar und entfernte sich damit weiter von seinem am Freitag erreichten Rekordhoch von mehr als 75 Dollar. Zusätzlich stützte die gute Stimmung der deutschen Unternehmen: Der Ifo-Geschäftsklimaindex, schon vergangenen Monat auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren, stieg weiter auf 105,9 von 105,4 Punkten. Im späteren Handel befeuerte ein unerwartet robustes Vertrauen der US-Verbraucher in die weitere wirtschaftliche Entwicklung neue Spekulationen auf weitere Leitzinserhöhungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Auch der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Lucas Papademos, sagte, die Notenbank werde wegen des anhaltenden Inflationsdrucks in diesem Jahr wohl noch mehrfach an der Zinsschraube drehen müssen.

Bei den Anlegern gefragt waren nach tagelangen Kursverlusten Aktien von Volkswagen und Daimler-Chrysler. „Autowerte waren zuletzt stark unter Druck, jetzt erholen sie sich wieder etwas“, sagte Analyst Christian Schmidt von Helaba Trust. Auf Platz zwei der Dax-Gewinerliste schafften es am Dienstag die Titel von Thyssen-Krupp, die nach einem positiven Analystenkommentar zeitweise mehr als drei Prozent auf knapp 27,90 Euro zulegten. „Alle Welt sieht Thyssen im Moment positiv, es gab zuletzt jede Menge Hochstufungen“, sagte ein Börsianer. Größter Verlierer waren die Papiere von BASF mit einem Minus von Prozent auf 68,20 Euro.

Analysten sorgten auch dafür, dass Infineon mit einem Plus von 2,72 Prozent auf 9,45 Euro ganz oben auf dem Kurstableau zu finden waren. Die Branchenexperten von Lehman Brothers hatten Anleger am Morgen geraten, die Aktie des Halbleiterkonzerns überzugewichten.

Im Blickpunkt der Anleger standen die Nebenwerte. Der M-Dax kletterte kurz nach Börsenstart auf einen neuen Höchststand von 8833 Punkten und stabilisierte sich im Handelsverlauf knapp unter diesem Niveau. Gezogen wurde der Index vor allem von SGL Carbon und Hugo Boss. Beide Unternehmen hatten die Börsianer mit ihren Quartalszahlen positiv überrascht. SGL Carbon führten die zweite Börsenliga mit einem Plus von 7,7 Prozent auf 16,60 Euro an. „Die Ergebnisse waren über den Erwartungen“, sagte ein Händler. Boss-Titel legten in der Spitze gut fünf Prozent zu. „Das erste Quartal sieht extrem gut aus, und wir glauben, dass im Laufe des Jahres noch viel von Boss Woman kommt“, sagte Analyst Nils Lesser von Merck Finck.

Aktien von Schwarz Pharma büßten nach Vorlage von Quartalszahlen 4,3 Prozent auf 73,21 Euro ein. „Einige Anleger streichen ihre Gewinne ein, nachdem Schwarz Pharma am Montag im Vorfeld der Zahlen rund sieben Prozent gewonnen hatten“, erklärte ein Händler. Andere Börsianer bemängelten, hohe Marketingausgaben hätten den Betriebsgewinn in den ersten drei Monaten deutlich belastet.

Die im TecDax gelisteten Titel des Anbieters von digitalen Kartendaten Tele Atlas profitierten nach den Worten von Börsianern davon, dass der Gewinn des niederländischen Navigationssystemherstellers TomTom nicht so stark gesunken war wie befürchtet. Tele Atlas gewannen in der Spitze knapp sechs Prozent auf 21,05 Euro.

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