Marktbericht Frankfurt
Kraftloser Dax kommt an die 8 000 nicht heran

Aussagen der Deutschen Bank zu Belastungen aus der Finanzkrise haben am Tag der deutschen Einheit Bewegung in einen ansonsten ruhigen Feiertagshandel am Aktienmarkt gebracht. Händlern zufolge reagierten Investoren erleichtert darauf, dass die Bank trotz der Krise am US-Hypothekenmarkt im dritten Quartal einen Milliardengewinn erzielt hat.

FRANKFURT. Der Deutsche-Bank-Aktienkurs kletterte zeitweise um fast drei Prozent. Das half auch dem Dax auf die Sprünge: Zu Handelsschluss lag der Leitindex mit 7955 Zählern rund neun Punkte oder 0,1 Prozent über dem Vortagesschluss.

Insgesamt 2,2 Milliarden Euro kostet die Deutsche Bank die weltweite Krise an den Finanzmärkten, wie Konzernchef Josef Ackermann am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz in London sagte. Unter dem Strich steht bei der Deutschen Bank von Juli bis September wohl trotzdem ein Nettogewinn von über 1,4 Milliarden Euro. „Das ist deutlich höher als allgemein erwartet wurde und für mich eine kristallklare Entwarnung“, sagte ein Händler. Die Aktie zog daraufhin an und schloss 2,1 Prozent im Plus bei 95,50 Euro. Im Schlepptau der Deutschen-Bank-Aktie gewannen auch andere Finanzwerte: Postbank stiegen um 0,2 Prozent, Commerzbank um 1,2 Prozent. Einige Börsianer warnten allerdings vor Euphorie. „Es ist eine Beruhigung, aber keine Entwarnung“, sagte ein Händler. „Man weiß ja leider nicht, was und wo genau abgeschrieben wurde. Die Zahlen sehen auf den ersten Blick zwar sehr gut aus, aber ich traue dem Frieden nicht.“

Wenig beeindruckt zeigten sich die Börsianer dagegen von Gerüchten um einen Aktienrückkauf bei der Commerzbank. „Den Leuten ist einfach langweilig,“ kommentierte ein Händler das Gerücht. Es sei sehr ruhig am Markt, und der Handel konzentriere sich vornehmlich auf die Deutsche-Bank-Aktie. Die Commerzbank wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern.

Das Papier der Hypo Real Estate gehörte mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent ebenfalls zu den größten Gewinnern im Dax. Der Konzern hat am Vorabend mitgeteilt, die Übernahme des Staatsfinanzierers Depfa abgeschlossen zu haben. Analysten zogen ein positives Fazit der Transaktion: Angesichts der erwarteten Synergien und guter Ergebnisse im dritten Quartal habe die Hypo-Real-Estate-Aktie in den kommenden zwei Jahren ein Aufwärtspotenzial von über 100 Prozent, schrieben die Analysten von Kepler.

Mit uneinheitlicher Tendenz zeigten sich die Autoaktien. BMW lagen am Abend ein Prozent im Minus, VW stiegen dagegen um 0,7 Prozent. DaimlerChrysler schlossen 0,1 Prozent höher, nachdem sie zeitweise über zwei Prozent nachgegeben hatten. „Die Absatzzahlen für September waren zwar im Großen und Ganzen in Ordnung, aber rosig sieht es nicht aus für die Autohersteller“, sagte ein Händler.

MAN zogen mit einem Plus von 3,9 Prozent auf 112,80 Euro an die Spitze des Dax. Händlern zufolge profitierte die Aktie von Gerüchten über ein Gebot von VW - wie schon am Vortag. Bereits am Dienstag war spekuliert worden, dass Großaktionär Volkswagen ein Übernahmeangebot zu 120 bis 125 Euro für jede MAN-Anteile unterbreiten wolle.

Im Nebenwerteindex MDax profitierte die Aktie des Münchener Triebwerkbauers MTU Aero Engine mit einem Plus von 5,5 Prozent von einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Dagegen fielen EADS um 0,5 Prozent zurück. Die französische Börsenaufsicht hatte der Staatsanwaltschaft einen Zwischenbericht zu ihren Untersuchungen über Insiderhandel bei dem Konzern übergeben. Aus Justizkreisen verlautete, der Bericht führe „gleichzeitige und massive“ Aktienverkäufe von Managern bei EADS und der Tochter Airbus zwischen November 2005 und März 2006 an.

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