Marktbericht Frankfurt
MDax schließt über 10 000 Punkten

Die Aussicht auf ein Abflauen der Finanzkrise hat Anleger mit Optimismus in die neue Börsenwoche starten lassen. Der Dax baute seine Kursgewinne aus. Thema auf dem Parkett war die geplante Übernahme des Hypothekenvermittlers Interhyp durch den niederländischen Finanzkonzern ING.

HB FRANKFURT. Der Dax baute seine Kursgewinne vom Freitag aus und schloss am Montag ein Prozent im Plus bei 7225 Punkten. Der Europa-Index Stoxx50 gewann 0,8 Prozent auf 3305 Zähler. Ein wichtiges Thema auf dem Börsenparkett in Frankfurt war die geplante Übernahme des Hypothekenvermittlers Interhyp durch den niederländischen Finanzkonzern ING.

„Die Finanzkrise scheint sich aus der Wahrnehmung der Anleger herauszustehlen“, sagte Aktienstratege Thomas Grüner von der Landesbank Berlin. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte in einem am Wochenende veröffentlichten Interview mit Hinweis auf die Schwierigkeiten der Finanzbranche gesagt: „Es ist noch nicht ganz ausgestanden, aber die Signale aus den USA sind ermutigend.“ Unterstützung erhielten die Aktienmärkte am Nachmittag von besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA. Der Index der US-Frühindikatoren ist im April leicht gestiegen, während Experten keine Veränderung erwartet hatten.

Nach Veröffentlichung der Statistik zogen die Kurse an der Wall Street an. Der Dow Jones lag bei Xetra-Handelsschluss in Deutschland 0,6 Prozent, der Nasdaq 0,7 Prozent im Plus. Die Aktien der zweitgrößten US-Baumarktkette Lowe's, die im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verbuchte, fielen um 2,5 Prozent. Dagegen stiegen die Titel des Versandhändlers Amazon nach einem positiven Analystenkommentar von Goldman Sachs um zehn Prozent.

Die Experten der Investmentbank schoben mit einer Analyse auch die Aktien des Lkw-Herstellers und Maschinenbauers MAN an. Die Papiere lagen mit einem Aufschlag von fünf Prozent an der Dax-Spitze. „Das Unternehmen verfügt über einen gesunden Auftragsbestand, nicht nur in der Lkw-Sparte, sondern auch in allen anderen industriellen Bereichen“, schrieben die Experten in einer Studie.

Der Dax hat seit seinem Jahrestief Mitte März rund 1000 Punkte gewonnen. Fidelity-Fondsmanager Alexander Scurlock sieht weiteres Kurspotenzial nach oben. „Einstiegschancen ergeben sich insbesondere, da Einzeltitel über alle Branchen hinweg von unvorhersehbaren Marktbewegungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.“

Bei den deutschen Standardwerten waren zudem Infineon gefragt, die nach Medienberichten zum Wechsel an der Unternehmensspitze drei Prozent zulegten. „Es gibt da zwar im Moment ein Gerangel im Vorstand, aber die Börse nimmt es immer erst mal positiv auf, wenn ein neuer Chef kommt“, sagte ein Händler. Im Zuge europaweiter Kursgewinne bei Energie-Titeln kletterten Eon und RWE um 3,2 beziehungsweise 2,4 Prozent. Von den steigenden Rohstoffpreisen profitierten weiterhin die Aktien von Öl- und Bergbaukonzernen. In Paris stiegen Total um 3,1 Prozent, in London legten die Anteilsscheine des Minenkonzerns Anglo American vier Prozent zu.

Die im Kleinwerte-Index SDax gelisteten Aktien von Interhyp reagierten mit einem Kursprung von gut 36 Prozent auf 66,90 Euro auf die Kaufofferte von ING, deren Aktien in Amsterdam gut ein Prozent zulegten. Der Nebenwerte-Index MDax notierte erstmals seit Dezember 2007 wieder über der Marke von 10 000 Punkten und schloss 1,7 Prozent höher bei 10 068 Zählern. Angetrieben wurde er Börsianern zufolge unter anderem von den Aktien des Index-Schwergewichts und Dax-Aufstiegskandidaten K+S. Die Titel legten am Montag gut sieben Prozent und haben seit Jahresbeginn ihren Wert in etwa verdoppelt.

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