Marktbericht Frankfurt
SAP drückt Dax wieder unter 8 000-Punkte-Marke

Kursverluste bei SAP haben den Dax am Montag wieder unter 8 000 Punkte gezogen. Der Leitindex schloss rund 0,4 Prozent oder 28 Zähler unter dem Niveau von Freitag. Der TecDax überstieg erstmals seit der Gründung des Index die Marke von 1 000 Punkten.

HB FRANKFURT. Vor allem die heftigen Kursverluste von SAP haben den Dax am Montag wieder unter 8000 Punkte gezogen. Der Leitindex schloss mit 7974 Zählern 0,4 Prozent oder knapp 28 Punkte unter dem Niveau von Freitag, als er zum ersten Mal seit Juli wieder die 8000er-Marke hinter sich gelassen hatte. Allein die Verluste bei SAP kosteten den Dax 15 Punkte.

Insgesamt verlief der Handel ruhig, wie Marktteilnehmer berichteten. Es fehlten Impulse aus den USA, wo zu Wochenbeginn am Aktienmarkt zwar gehandelt, doch wegen des Feiertages „Columbus Day“ das Geschäft eher zurückhaltend verlief. Zudem legt Alcoa am Dienstag Zahlen zum dritten Quartal vor und gibt damit den Startschuss für die Berichtssaison. „Davor will sich keiner zu weit aus dem Fenster lehnen“, sagte ein Händler in Frankfurt.

SAP hatte mitgeteilt, die französisch-amerikanische Softwarefirma Business Objects für 4,8 Milliarden Euro übernehmen zu wollen, und damit mit der bisherigen Strategie gebrochen, nur kleinere Unternehmen zu kaufen. Strategisch gesehen sei die Akquisition durchaus sinnvoll, sagte ein Händler. „Aber der Preis ist ziemlich hoch.“ Zudem stieß den Investoren übel auf, dass Business Objects in der Nacht eine Gewinn- und Umsatzwarnung veröffentlichte, und SAP ankündigte, das Aktienrückkaufprogramm zu überdenken. Nach einem Minus von zwischenzeitlich über sechs Prozent ging die SAP-Aktie am Abend mit einem Abschlag von vier Prozent bei 39,95 Euro aus dem Handel.

Auf der Gewinnerseite standen dagegen VW mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 171,23 Euro. „Das ist der Aufstieg in den EuroStoxx und die andauernde Spekulation, dass Porsche zukauft“, sagte ein Händler. Ab Mittwoch ersetzen die VW-Titel im EuroStoxx50 die Aktien des spanischen Versorgers Endesa, dessen Titel wegen der Übernahme durch Enel und Acciona aus dem Index fallen. Da viele Fondsmanager in ihren Portfolios Indizes abbilden und die darin vertretenen Aktien zukaufen, sind Aufsteiger oft gefragt - zumindest bis zum Tag der Aufnahme. Auch Deutsche Börse und Deutsche Post können sich Analysten zufolge Hoffnungen auf einen baldige Aufstieg in einen europäischen Auswahlindex machen. Die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers hatten schon vor dem Wochenende von diesen Spekulationen profitiert und lagen nun 0,3 Prozent im Minus, die Aktie der Deutschen Post zog um ein Prozent an.

Im Fokus stand zudem der 2003 eingeführte TecDax, der zeitweise bis auf ein Rekordhoch von 1011 Punkten stieg. Maßgeblich sei dies auf die Hausse bei den Solarwerten zurückzuführen, erklären Analysten. Allein in diesem Jahr haben Solon 282 Prozent, Nordex 254 Prozent und Q-Cells 183 Prozent zugelegt. Der TecDax ist der Nachfolgeindex des Nemax50, der den in Schimpf und Schande untergegangenen Neuen Markt einst repräsentierte.

Am Montag fielen die meisten Solarwerte im späten Handel jedoch zurück und zogen damit auch wieder den TecDax nach unten. Die größten Verluste verbuchte die Conergy-Aktie mit einem Abschlag von 8,9 Prozent auf 60,12 Euro. Der Solar- und Windkraftanlagenbauer kündigte die Ablösung von Finanzvorstand Heiko Piossek durch den früheren Schering-Finanzchef Jörg Spiekerkötter an. „Wenn ein Finanzvorstand gewechselt wird, ist das negativ“, sagte ein Händler. „Dazu kommt der Börsenbrief von Czerwensky, demzufolge sich Unheil über Conergy zusammenbraut.“ Demnach sollen „Gewinnwarnungen in der Luft liegen.“ Selbst dass das Unternehmen am Mittag seine Prognosen für das laufende Jahr bekräftigte, half den Aktien nicht.

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