Marktbericht Frankfurt: Starker Rosenmontag für den Dax

Marktbericht Frankfurt
Starker Rosenmontag für den Dax

Am Rosenmontag ist der Dax über die Marke von 5 900 Punkte gestiegen und hat damit auf dem höchsten Stand seit Juli 2001 geschlossen. Für Turbulenzen sorgten die anstehenden Veränderungen im M-Dax.

HB FRANKFURT. Die Vorlagen seien günstig gewesen, und auch das Intermarket-Umfeld mit dem festen Dollar und dem gesunkenen Ölpreis hätten gestützt, sagten Händler. Die Annäherung zwischen Iran und Russland sowie die M&A-Spekulationen hätten die Kurse ebenfalls beflügelt. Insgesamt gewann der Dax 0,8 Prozent oder 44 auf 5 915 Punkte. Über den Tag hinaus könnte ein Test der 6 000er Marke anstehen, meinte ein technischer Analyst. Hier liege der nächste signifikante Widerstand. Nach unten sei der Dax nun um 5 830 Zählern gut unterstützt.

Als Tagesgewinne verteuerten sich Metro um 3,1 Prozent auf 45,01 Euro. Die Aktie habe sich damit von den Kursverlusten seit Freitag erholt, da klar geworden sei, dass die Vivacon-Aufnahme in den M-Dax keine Entscheidung gegen Praktiker sei: “Der Markt hat überhaupt nicht realisiert, dass Praktiker sowieso in den M-Dax kommen“, sagte ein Händler. Am Berichtstag habe es sich lediglich um ein Fast Exit für Degussa und die Aufnahme von Vivacon gehandelt. Vivacon hätten jedoch nur 712 Mill. Euro Market Cap, Praktiker hingegen 1,4 Mrd. EUR. „Bei der nächsten, regulären Verkettung kommen Praktiker damit sowieso in den M-Dax“, sagte der Händler. Davon profitierten Metro, die noch 40,5 Prozent an der Baumarktkette halten.

Im M-Dax sorgten die Index-Veränderungen für Bewegung. Die Aufnahme von Vivacon für Degussa sei eine Überraschung, hieß es am Markt. Vivacon gewannen 5, 9 Prozent auf 37,25 Euro, Degussa fielen um 0,4 Prozent auf 42,85 Euro. Praktiker müssten nun wohl bis zur regulären Änderung nach dem Verfall warten. Die Aktie gewann trotzdem 2,3 Prozent auf 24,45 Euro.

Deutsche Telekom standen etwas unter Druck. Marktteilnehmer meinten, Telekom gerieten in den Sog von Vodafone, die unter anderem unter Abschreibungen auf Mannesmann und einem niedrigeren Umsatzausblick litten. Die Aktie verlor 0,6 Prozent auf 13,31 Euro. Laut „Financial Times Deutschland“ will Linde nun 1 600 bis 1 650 p je BOC-Aktie bieten. Bisher waren es 1 500 p. Auch zu diesem Preis wäre eine Übernahme noch sinnvoll, so ein Händler. Ähnlich argumentierte ein Analyst. Eine Erhöhung des Gebots auf 1 600 p käme nicht überraschend und sei durchaus realistisch. Linde legten 0,6 Prozent auf 65,92 Euro zu. Siemens legten 1,5 Prozent auf 79,25 Euro zu. Allianz gewannen 1,2 Prozent und schlossen damit auf einem neuen Jahreshoch bei 137,42 Euro.

Eon standen weiter im Fokus der Investoren. Die europäische Kommission hatte bereits in der Vorwoche die spanische Regierung gewarnt, die Übernahmepläne von Eon zu behindern. Auch Spanien will den Markt der Versorger in heimischer Hand wissen und Eon die Übernahme erschweren. Neuesten Meldungen zufolge werde anscheinend die Lösung Gas Naturale/Endesa bevorzugt. So werde schon in Kürze ein verbessertes Gebot für Endesa erwartet, das leicht über dem E. ON-Gebot liegen solle. Von der Qualität sei das Eon-Gebot allerdings höher einzustufen, da es sich um eine reine Bar-Offerte handelt, so ein weiterer Händler. Die Aktie gewann dennoch 0,9 Prozent auf 95,59 Euro. Auch RWE legten 1,2 Prozent auf 74,12 Euro zu. Mit den Übernahmeversuchen im Versorger-Bereich werde auch RWE zum möglichen „Ziel“.

Im M-Dax trieben die Übernahmespekulation um den Wettbewerber BAA laut Händlern Fraport an. Der „Observer“ schreibt, Ferrovial und Macquarie könnten 15 Mrd. Pfund für BAA bieten. Fraport kletterten um 3,9 Prozent auf 66,78 Euro. Im Tec-Dax setzte sich der Abgabedruck auf MorphoSys fort. Nach den Unternehmens-Aussagen vom Freitag gab es nach Aussage aus dem Handel auch auf dem bisher erreichten Niveau kaum Aufnahmebereitschaft. Zudem haben die Analysten von Credit Suisse die Aktie auf „Underperform“ heruntergestuft. Die Aktie fiel um 12,18 Prozent auf 45,57 Euro.

Gleichzeitig notierten GPC um 8,3 Prozent höher bei 15,14 Euro. „Die Charts beider Titel sehen seit Freitag fast invers aus“, sagte ein Händler. Den Kursabschlägen bei MorphoSys in der Eröffnung am Freitag und Montag hätten gleichzeitige Aufschläge bei GPC gegenübergestanden. „So etwas legt immer die Vermutung massiver Umschichtungen nahe“, so der Händler. Der gesamte TecDax gewann 2,4 Prozent auf 761 Punkte; der M-Dax stieg um 0,9 Prozent auf 8 450 Punkte.

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