Marktbericht Frankfurt
Tagesgewinne des Dax brechen weg

Nachdem der Dax am Dienstag die Marke von 7 900 Punkten geknackt hatte, keimte wieder Hoffnung auf eine Jahresendrally am deutschen Aktienmarkt. Doch die Zuversicht währte nur kurz. In den letzen Minuten vor Handelsschluss gab der deutsche Leitindex die mühsam errungenen Tagesgewinne wieder fast vollständig ab. Nachbörslich rutschte der Index sogar unter die Marke von 7 800 Zählern.

HB FRANKFURT. Ein zurückhaltender Ausblick der US Goldman Sachs -Investmentbank hat am Dienstag die Kauflust der Anleger am deutschen Aktienmarkt gebremst. Der Dax schloss nur 0,3 Prozent höher bei 7850 Punkten, nachdem er am frühen Nachmittag noch 1,5 Prozent im Plus bei 7942 Zählern gelegen hatte. "Der Markt gleicht derzeit einer Achterbahnfahrt", stellte ein Börsianer fest. Dafür sorge auch der am Freitag anstehende Verfallstermin an den Terminmärkten. Nachbörslich notierte der deutsche Leitindex kurz nach 18 Uhr bei rund 7796 Zählern.

Für das Abbröckeln der Kurse machten Händler unter anderem die Einschätzung von Goldman Sachs zur Krise am US-Hypothekenmarkt verantwortlich. Zwar nähert sich der kriselnde Markt für zweitklassige Hypothekenkredite (Subprime) nach Ansicht von Goldman-Finanzchef David Viniar seinem Tiefpunkt, hat diesen aber noch nicht erreicht. Anleger warten derzeit gebannt auf Signale für ein Ende der Krise an den Kreditmärkten.

Zuvor hatte Goldman Sachs die Börsianer mit einem besser als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinn überrascht. Für Kauflaune bei den Anlegern hatte zunächst die Europäische Zentralbank (EZB) gesorgt, die zur Linderung der Folgen der Kreditkrise zusätzliche Liquidität in den Geldmarkt pumpt.

Zu den größten Dax-Gewinnern gehörte die Lufthansa mit einem Kursanstieg von 1,45 Prozent. Börsianer wiesen darauf hin, dass Fraport von der hessischen Landesregierung grünes Licht für den Ausbau des Frankfurter Flughafens - dem wichtigsten Flughafen für die Lufthansa - bekommen hatte. Die im MDax enthaltenen Fraport -Aktien stiegen zeitweise um 2,3 Prozent auf 54,89 Euro, büßten ihre Gewinne dann aber wieder ein. Den Handel beendeten die Titel ein Prozent im Minus bei 53,11 Euro.

Gefragt waren auch Werte aus der Automobilbranche. Die Aktien von BMW stiegen um 1,1 Prozent, VW um 0,9 Prozent und Daimler um 0,4 Prozent. "Das ist eine Erholung nach den jüngsten Kursverlusten", erklärte ein Händler. Zudem erwägt die Europäische Union, künftige Strafen für Autohersteller zu strecken, deren Fahrzeuge mehr Kohlendioxid als erlaubt ausstoßen. "Die Umweltverschmutzer werden zahlen - aber später", erfuhr Reuters von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person.

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