Marktbericht Frankfurt
US-Börsen schicken Dax auf Talfahrt

Kursverluste an der Wall Street haben am Dienstag die Anleger auch in Deutschland zum Ausstieg aus dem Aktienmarkt veranlasst. Der Dax fiel um 0,7 Prozent auf 7430 Punkte. Die Angst vor den Folgen der US-Hypothekenkrise drückte vor allem die Finanzwerte ins Minus.

FRANKFURT. Händler beschrieben das Geschäft aber trotz der Verluste als ruhig. „Man kann fast von einem verspäteten Sommerloch sprechen, die Umsätze sind auf einem deutlich niedrigeren Niveau als zu Beginn des Monats“, sagte ein Händler. Viele Anleger blieben vorsichtig. Einige von ihnen nahmen bei den Nebenwerten Gewinne mit. „Die Konsolidierungsphase hält an“, sagte Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser.

Die Dax-Futures tendieren am Dienstagabend etwas leichter. Der September-Dax verliert bis 18.30 Uhr 36,5 auf 7 463,5 Punkte. Das bisherige Tageshoch liegt bei 7 500 und das -tief bei 7 435 Punkten. Umgesetzt wurden bislang rund 140 000 Kontrakte. Mit dem Rückgang am Aktienmarkt im späten Geschäft seien auch die Umsätze angesprungen.

Zwar verdaute die deutsche Wirtschaft die Finanzkrise im August besser als erwartet, wie der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigte. Doch auch dies animierte die Anleger kaum zum Aktienkauf.

Ähnliches galt für das Verbrauchervertrauen in den USA, das weniger deutlich als befürchtet sank.

Belastend wirkte auch, dass die Investmentbank Merrill Lynch die Aktien ihrer Konkurrenten Bear Stearns, Lehman Brothers und Citigroup auf „neutral“ von „buy“ senkte. Vor allem die Begründung beunruhigte die Anleger: die Turbulenzen an den Kreditmärkten und im Hypothekengeschäft sowie ein Abflauen der Fusionswelle.

Dazu kam der Bericht des Forschungsinstituts Conference Board zum US-Verbrauchertrauen: Der entsprechende Index fiel im August auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Zudem meldete S&P/Case-Shiller, dass die Preise von Häusern in den USA im zweiten Quartal so stark zurückgegangen seien wie seit mindestens 1987 nicht mehr.

Zudem waren die Hauspreise in den USA im zweiten Quartal so stark wie seit 1987 nicht mehr gefallen. Alles deute auf eine Rezession hin, erklärte ein Analyst in New York.

Auch der feste Yen wurde mit Argusaugen beobachtet. Dieser konnte zuletzt wieder gegen Dollar und Euro zulegen. Das deute auf weitere Auflösungen von Carry-Trades hin, mutmaßten Händler.

Die Angst vor weiteren Verstrickungen deutscher Banken in die US-Immobilienkrise - mit der Mittelstandsbank IKB und der Sachsen LB sind bereits zwei Häuser in Engpässe geraten - bekamen Deutsche Bank besonders zu spüren: Die Aktien verloren 1,7 Prozent auf 90,05 Euro.

Aber auch Allianz - Mutterkonzern der Dresdner Bank - verloren 1,2 Prozent, Hypo Real Estate 1,4 Prozent und Deutsche Postbank 2,3 Prozent. Die im MDAX notierten IKB büßten gut drei Prozent ein.

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