Marktbericht Frankfurt
Wall Street drückt Dax unter 8 000 Punkte

Gewinnmitnahmen an der Wall Street haben die Anleger in Deutschland am Montag angesteckt. In der letzten Handelsstunde machten die Investoren auf breiter Front Kasse und drückten den Dax wieder unter die 8 000-Punkte-Marke.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 7 969 Zähler. "Wir folgen den US-Börsen nach unten, das ist alles", sagte ein Händler. "Nach den Kursgewinnen der letzten Wochen sind Gewinnmitnahmen auch nichts Besonderes." Die Umsätze seien gering, da sich vor dem Höhepunkt der US-Bilanzsaison viele Anleger zurückhielten. "Die wollen erst einmal sehen, was da im einzelnen rauskommt." 80 von 500 im S&P-Index notierte US-Unternehmen legen in dieser Woche ihre Ergebnisse vor.

Besonders die Siemens-Aktien lastete mit einem Abschlag von 2,7 Prozent auf 95,32 Euro auf dem Dax. Händler verwiesen auf eine Gewinnwarnung für die Medizintechnik-Sparte des Konkurrenten Philips. "Das hat Siemens wohl in Mitleidenschaft gezogen", sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt. Bei den Aktien der Deutschen Börse machten die Anleger Kasse. Der Aktienkurs, der auf Monatssicht 35 Prozent gewonnen hatte, fiel um 2,3 Prozent auf 103,85 Euro. "Die waren teuflisch gut gelaufen. Da haben viele drauf gewartet, dass der Kurs mal nachgibt", kommentierte ein Händler.

Im Sog der Wall Street gaben auch andere Finanzwerte nach, allen voran die Aktien der Deutschen Bank mit einem Abschlag von 1,6 Prozent auf 91,50 Euro. Händler verwiesen auf den Zwischenbericht der Citigroup, die ihr Aktienrückkaufprogramm aussetzte. Gerüchte über ein Übernahmeinteresse europäischer Rivalen stützten den Aktienkurs der Commerzbank über weite Strecken des Handelstages. Bis Handelsschluss gaben die Aktien das zeitweilige Plus von 2,5 Prozent aber wieder ab und schlossen unverändert.

Auch die Aktien von Bayer konnten ihren Gewinn von in der Spitze 2,3 Prozent nicht halten, sondern gingen nur noch mit einem moderaten Plus von 0,26 Prozent aus dem Handel. Der Pharma- und Chemiekonzern hatte zuvor mitgeteilt, neue Studien bestätigten die Wirksamkeit seines Multiple-Sklerose-Mittels Alemtuzumab. Gegen den Trend stemmten sich nur die Versorgerwerte. Positive Analystenkommentare schoben die Aktien von Eon und RWE an.

Der TecDax setzte angetrieben von Solarwerten zunächst seinen Höhenflug fort und stieg um bis zu 0,9 Prozent auf ein Rekordhoch von 1023 Punkte, ehe er mit dem Gesamtmarkt nachgab. Zum Handelsschluss notierte der TecDax fast unverändert bei 1013,97 Punkten. Während eine Analystenempfehlung die Aktien von Ersol um 6,2 Prozent in die Höhe trieb, brachen die Conergy-Titel um 9,4 Prozent ein. Händler verwiesen auf Gerüchte über einen schwachen Geschäftsverlauf des Solar- und Windkraftanlagenbauers. Conergy bekräftigte zwar die Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr. Doch die Anleger blieben skeptisch. "Da sind viele einfach nervös, nachdem der Finanzvorstand vorige Woche ausgetauscht wurde", begründete ein Händler den Unmut der Anleger.

Die in keinem Index gelisteten Aktien des Börsenneulings Centrotherm - eines Solarindustrie-Zulieferers - blieben nach dem Kursfeuerwerk zur Erstnotiz am Freitag bei den Anlegern gefragt und legten weitere 4,4 Prozent auf 46,96 Euro zu. Der Ausgabekurs hatte 34,50 Euro betragen. Im MDax standen die Pfleiderer-Aktien nach einem positiven Analystenkommentar ebenfalls hoch in der Gunst der Anleger. Die Papiere des Holzverarbeiters stiegen um 2,6 Prozent.

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