Marktbericht Frankfurt
Wall Street gibt Dax Auftrieb

Der Dax hat kurz vor Handelsschluss am Mittwoch doch noch den Weg ins Plus gefunden. Die steigenden Kurse an der Wall Street haben letztlich auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt trotz neuer Rekorde beim Ölpreis und beim Euro aus der Reserve gelockt. Im Blick standen wenige ausgewählte Werte.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss 0,2 Prozent höher auf 7472,99 Punkten. Zuvor hatte der Index die meiste Zeit des Tages leicht im Minus gelegen. Der MDax gewann 0,44 Prozent auf 10 073,62 Punkte. Der TecDax schloss mit einem leichten Abschlag von 0,08 Prozent auf 913,51 Zähler.

Auslöser des Aufschwungs an den US-Börsen waren Händlern zufolge Äußerungen von US-Finanzminister Henry Paulson. Dieser hatte betont, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht durch Probleme der Realwirtschaft, sondern durch die Kreditbranche verursacht worden seien. Davor hatten gleich mehrere Faktoren den Dax belastet und die Anleger zurückgehalten.

Der Euro stieg immer weiter in Richtung 1,39 Dollar, und auch der Ölpreis ging auf Rekordjagd. Zudem verunsicherten Nachrichten aus Japan, wo Regierungschef Shinzo Abe überraschend seinen Rücktritt bekanntgegeben und damit die Aktienkurse in Fernost gedrückt hatte. Und schließlich sei das Thema Immobilienkrise noch nicht ausgestanden, sagte ein Händler. Viele Anleger hätten daher Angst, ihre Depots umzuschichten oder Aktien zu kaufen. "Niemand weiß, ob sich die Lage vielleicht doch noch zuspitzt, und jeder will deshalb auf der sicheren Seite sein."

"Es gibt wenig Themen, jeder vermarktet die gleichen Themen, und damit stürzt sich jeder auf die selben Themen und Werte", so ein Händler. Einige Werte wie Lufthansa, MAN, Merck oder FMC wurden stark durch Analystenstudien getrieben. Insgesamt hielten sich die Anleger weiter zurück. Sie seien sowohl mit so genannten Long-Positionen auf steigende als auch mit so genannten Short-Positionen auf fallende Kurse sehr vorsichtig, so Händler. Auf der Long-Seite hätten die Anleger Angst vor der so genannten Subprime-Krise und ihren Auswirkungen, auf der Short-Seite Angst vor einer starken Aufwärts-Rally bei einer Leitzinsenkung der US-Notenbank, so Händler zur Begründung.

Auch der Blick auf die Charttechnik liefere derzeit kaum neue Erkenntnisse, sagten Börsianer. Widerstände sehen Marktteilnehmer bei 7465 und 7500, Unterstützungen um 7400 und bei 7370 Punkten. Die rückläufigen Aktienumsätze seien allerdings untypisch für einen September, da die Umsätze nach der Sommerflaute normalerweise anzögen, heißt es im Handel. Sollte die Umsatzschwäche anhalten, könnten Anleger das als negativ für die Aktien der Banken und die Aktie der Börse bewerten, so der Händler.

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