Marktbericht Frankfurt
Wall Street treibt den Dax an

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Donnerstag von zahlreichen wirtschaftlichen und politischen Belastungsfaktoren nicht beirren lassen. Der Deutsche Aktienindex hat unterstützt von den Kursgewinnen an der Wall Street einen Großteil seiner Vortagesverluste wieder wettgemacht.

HB FRANKFURT. Der Leitindex Dax stieg zum Handelsschluss um 1,24 Prozent auf 5695,47 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 1,19 Prozent auf 7911,48 Zähler zu. Der TecDax gewann 0,57 Prozent auf 657,52 Punkte.

"Das Minus gestern war wohl etwas übertrieben, daher erholen sich heute die meisten Aktien etwas", sagte ein Händler. "Wir folgen hauptsächlich den US-Vorgaben", sagte ein weiterer Händler. "Außerdem haben einige Anleger die gestrigen Verluste offenbar zum Wiedereinstieg genutzt." Nur geringen Einfluss auf die Aktienkurse hatten die Äußerungen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet zu den Zinsaussichten. Börsianer werteten seine Aussagen als klares Signal für eine weitere Anhebung. Trichet hatte unter anderem die "große Wachsamkeit" seines Hauses angesichts der Inflationsrisiken betont. Außerdem kündigte er an, dass der EZB-Rat am 3. August entgegen der ursprünglichen Planung persönlich zusammentreffen wird. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins wie erwartet bei 2,75 Prozent belassen.

SAP-Aktien im Höhenflug

Mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 167,40 Euro gehörten die Aktien von SAP zu den größten Dax-Gewinnern. Börsianer begründeten das Kursplus mit einem positiven Kommentar von Merrill Lynch. Die Analysten der Investmentbank hatten das Kursziel für die Papiere der Walldorfer Software-Schmiede auf 230 von 200 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bekräftigt.

Gefragt waren außerdem die Titel der Deutschen Börse, die sich angesichts anhaltender Fusionsspekulationen um 2,2 Prozent auf 108,85 Euro verteuerten. Einem Zeitungsbericht zufolge ist der Frankfurter Börsenbetreiber offen für eine Allianz mit der Chicagoer Terminbörse CME. CME-Chef Craig Donohue hatte am Mittwoch in einem Interview Interesse an den Deutschen signalisiert.

Autowerte stiegen angesichts eines positiven Branchenausblicks zumeist ebenfalls. Daimler-Chrysler-Papiere stiegen um 1,42 Prozent auf 38,52 Euro. Der Konzern verbuchte im ersten Halbjahr in seiner wichtigsten Sparte Mercedes Car Group (MCG) deutliche Absatzzuwächse. Aktien von BMW legten um 1,61 Prozent auf 39,12 Euro zu. Volkswagen-Titel entwickelten sich trotz Rekordabsatzzahlen der Tochter Audi im ersten Halbjahr mit plus 0,91 Prozent auf 54,42 Euro schwächer als der Markt.

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