Marktbericht Frankfurt
Zinssorgen belasten deutschen Aktienmarkt

Der Aktienmarkt in Deutschland ist trotz eines Rückgangs des Rohölpreises und eines etwas stärkeren Dollars mit kräftigen Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der Dax fiel zeitweise unter 5800 Punkte. Bis zum Abend erholte sich der Leitindex aber wieder etwas.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel bei hohen Umsätzen ein Prozent im Minus bei 5857 Punkten. Am Vormittag war der Leitindex um 2,2 Prozent auf 5785 Zähler abgerutscht. Börsianer sprachen da noch von „panikartigen“ Verkäufen. Kräftig bergab ging es beim MDax mit minus 2,79 Prozent auf 8601,06 Zähler, der TecDax büßte 3,37 Prozent auf 703,46 Punkte ein. „Die Anleger sind hochgradig nervös und verkaufen hektisch, um ihre Verluste zu begrenzen“, sagte ein Händler. Im Verlauf beruhigte sich das Geschäft aber etwas. Vor allem nach der Eröffnung der US-Börsen mit Kursgewinnen im Dow-Jones-Index hellte sich die Stimmung am deutschen Aktienmarkt nach der viertägigen Talfahrt leicht auf.

Für den Pessimismus an den Aktienbörsen in Europa machten Händler wachsende Inflationsängste in den USA und den schwachen Dollar verantwortlich. Aktienstratege Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sagte: „Belastungsfaktoren für den Markt sind die US-Inflationsängste und der starke Euro. Außerdem läuft die Dividendensaison aus, und es kommt kein neues Geld in den Markt.“

RWE entzieht sich Abwärtstrend

Dank eines Quartalsgewinns, das über den Markterwartungen lag, entzog sich RWE als einer von wenigen Werten im Dax dem Abwärtstrend. „Insbesondere die Zuwächse in der Stromerzeugung sind deutlich besser und zeigen, dass RWE von dem kalten Temperaturen im Winter profitiert hat“, sagte Analyst Matthias Heck von Sal. Oppenheim. Die Aktien des Versorgers setzten sich mit einem Anstieg von 1,7 Prozent an die Spitze der Gewinner im Dax. Auf der Gewinnerseite standen mit plus 0,4 Prozent auch die Papiere der Deutschen Telekom. Händler sprachen von einer technischen Erholung, nachdem die T-Aktie seit Anfang Mai deutlich an Wert verloren hat.

Schlusslicht im Dax waren mit einem Abschlag von 5,9 Prozent die Aktien von Thyssen-Krupp. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem die Papiere des Stahlkonzerns in den vergangenen Tagen gegen den Trend zugelegt hatten.

Verkauft wurden auch die Titel der Deutschen Börse, die vier Prozent verloren. Börsianer erklärten dies unter anderem mit der schwindenden Chance auf eine Fusion mit der Vierländerbörse Euronext. „Sollte es der Euronext gelingen, eine Allianz mit der New Yorker Börse hinzubekommen, dann stünde am Schluss möglicherweise die Deutsche Börse alleine da“, sagte ein Händler.

Seite 1:

Zinssorgen belasten deutschen Aktienmarkt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%