Marktbericht
Gewinnmitnahmen an Europas Börsen halten an

HB FRANKFURT. Er war durch hohe US- Importpreise und damit die Angst vor steigender Inflation ausgelöst worden. Panik sei im Markt noch nicht zu spüren, jedoch der Hang zu „aggressiven Gewinnmitnahmen“, sagte ein Händler. Verstärkt worden sei dies durch verletzte Stop-Loss-Marken. Nach deren Unterschreiten würden Aktienpakete „bestens“ und unlimitiert auf den Markt geschleudert.

Bis auf die leicht positiv notierenden Telekom- und Technologiebranche sei dies in allen Sektoren zu beobachten. Die Anleger merkten nun, dass die Notierungen nicht in den Himmel wüchsen, heißt es. Einzelstories spielten in diesem Umfeld keine Rolle, lediglich Vodafone werden beachtet. Am Mittag stabilisiert sich die Lage etwas, nachdem Leerverkäufer ihre Positionen eindecken. Für weitere Bewegung am Nachmittag könnten noch die US- Konjunkturdaten um 15 Uhr sorgen: Der Saldo der Wertpapierkäufe und -verkäufe durch Ausländer (TICS) dient als Indikator für die Bereitschaft, das US-Defizit zu finanzieren.

Kräftige Verkäufe suchen weiter den Automobilsektor heim. Der Branchen-Index fällt um 2,5%. Hier belastet weiter der schnelle Euro-Anstieg bis dicht an die 1,30er-Marke. Die aktuelle Korrektur bis auf 1,28 Dollar werde vom Markt nicht wahrgenommen, meint ein Händler. Besonders deutlich leiden die exportlastigen Werte wie Porsche. Die Stuttgarter verlieren in der Spitze 40 EUR, aktuell notieren sie 3,5% tiefer bei 750 Euro. VW fallen um 3,3%, Renault um 3,8% und Fiat um 3,8%.

Tagesverlierer sind die Minen- und Stahlwerte. Der Branchen-Index der Basic Ressources bricht um 4,4% ein. Eine deutliche Korrektur der Kupfer- und Zinkpreise hatte bereits am Morgen für schwache Vorgaben aus Asien gesorgt. Auch die Goldnotierungen kamen deutlich zurück. Darauf brechen XStrata um 7,2% ein, BHP um 5,1% und Rio Tinto um 4,5%.

Als einziger Sektor mit überwiegende grünen Vorzeichen präsentieren sich die Telekoms; der Sektor-Index verbessert sich um 0,8%. Kurstreiber sind Vodafone, die um 2% zulegen. Den britischen Mobilfunker stützen Presseberichte, Verizon wolle das gemeinsame Joint Venture, Verizon Wireless, komplett übernehmen. Als möglicher Preis werden 48 Mrd. Pfund genannt, die dicht an der Vodafone-Forderung von 50 Mrd. Pfund liegen. Dies rücke wieder die attraktive Bewertung eines Sektors in den Fokus, der sich seit anderthalb Jahren kaum bewegt habe, heißt es dazu. BT Group steigen um 2,4%, Deutsche Telekom um 0,8%.

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