Marktbericht
Konjunkturdaten drücken Wall Street ins Minus

Nach dem Wochenstart, der mit dem höchsten Stand seit 14 Monaten endete, mussten die US-Börsen am Dienstag Verluste hinnehmen. Belastet wurden die Kurse durch eine Reihe ungünstiger Konjunkturdaten. Bei den Einzelwerten sorgten lediglich Banktitel für Lichtblicke. Der Marktbericht.
  • 0

HB NEW YORK. Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag nach überwiegend schlechten Konjunkturdaten schwächer geschlossen. Vor allem die trüben Zahlen vom New Yorker Konjunkturindex verhagelten den Anlegern die Laune, nachdem die Wall Street am Montag noch den höchsten Stand seit 14 Monaten verzeichnet hatte. Zudem machten sich nach einem Anstieg der Erzeugerpreise erneut Sorgen breit, die US-Notenbank Fed könnte ihre Zinsen anheben, um eine Inflation zu verhindern.

Auf der anderen Seite verbreiteten unerwartet starke US-Auftragsdaten Hoffnung. Auch die zweitägigen Beratungen von Fed-Vertretern standen im Fokus. Mit einer Erklärung zur weiteren Zinspolitik und der Entwicklung der US-Wirtschaft wird allerdings erst am Mittwoch gerechnet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor in New York 0,5 Prozent auf 10 452 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 10 426 und 10 499 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,6 Prozent auf 1107 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,5 Prozent auf 2201 Punkte ein. Der Dax in Frankfurt ging hingegen mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf 5811 Punkte aus dem Handel.

Marktbewegend waren am Dienstag vor allem Konjunkturdaten. Wie die New Yorker Federal Reserve mitteilte, hat die Industrie im US-Bundesstaat New York im Dezember überraschend an Fahrt verloren. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe sank auf plus 2,55 Punkte von plus 23,51 Zählern im November. Es war der stärkste Rückgang seit Erhebung des Indikators vor achteinhalb Jahren. Auch überraschend deutlich gestiegene Erzeugerpreise drückten die Stimmung.

"Die Inflation war höher als erwartet, deswegen kann die Fed vielleicht nicht auf lange Sicht bei ihrer Politik des billigen Geldes bleiben", sagte Analyst Stephen Wood. Diese war der Hauptgrund für die Rally am Aktienmarkt in den vergangenen Wochen. Der Fed-Chef Ben Bernanke erklärte am Dienstag, dass bei einer fortdauernden Wirtschaftserholung eine Anhebung der Zinsen eventuell in Erwägung gezogen werde. Den schlechten Konjunkturdaten stand eine deutlich höhere Industrieproduktion von 0,8 Prozent im November gegenüber. Am Markt war lediglich mit 0,5 Prozent gerechnet worden.

Auf Unternehmensseite gerieten die Aktien des Elektro-Fachhändlers Best Buy massiv unter Druck. Die Firma teilte mit, die Gewinnmargen würden im vierten, wichtigen Weihnachtsquartal geringer ausfallen als bisher angenommen. Der Gewinn im dritten Quartal lag indes über den Erwartungen. Best-Buy-Aktien verloren mehr als acht Prozent.

Zudem fand am Dienstag der mit Spannung erwartete Erstflug der Boeing 787 statt. Boeing-Aktien verzeichneten nach dem geglückten Start einen Abschlag von 0,7 Prozent. Analysten befürchten, dass sich die Anleger jetzt den noch ungelösten Problemen des Flugherstellers zuwenden könnten, wie beispielsweise den Kosten durch Schadensersatzzahlungen.

Auch die Banktitel standen im Fokus. Nur ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise wollen sich alle großen US-Geldhäuser ohne Staatshilfen auf dem Finanzmarkt behaupten. Mit Wells Fargo kündigte das letzte bedeutende Institut die Rückzahlung der Tarp-Gelder an. Die Wells-Fargo-Papiere stiegen um 0,7 Prozent.

Nach besseren Bewertungen durch die Deutsche Bank gewannen auch die Anteilsscheine von News Corp. Sie erhöhten sich um 1,4 Prozent. Die Papiere des BlackBerry-Herstellers Research in Motion verteuerten sich um 1,5 Prozent. Das Unternehmen wird in dieser Woche noch Quartalszahlen veröffentlichen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,17 Mrd. Aktien den Besitzer. 1212 Werte legten zu, 1818 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Mrd. Aktien 1021 im Plus, 1684 im Minus und 117 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 98-07/32. Sie rentierten mit 3,594 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 23/32 auf 97-18/32 und hatten eine Rendite

Kommentare zu " Marktbericht: Konjunkturdaten drücken Wall Street ins Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%