Marktbericht London und Paris
Bernanke-Aussagen sorgen für gute Stimmung

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Mittwoch mit Gewinnen aus dem Handel gegangen, nachdem sie gegen Mittag noch uneinheitlich tendiert hatten.

dpa-afx     LONDON/PARIS. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Mittwoch mit Gewinnen aus dem Handel gegangen, nachdem sie gegen Mittag noch uneinheitlich tendiert hatten. Börsianer begründeten die freundliche Stimmung an den Märkten mit Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses. Ihm zufolge dürfte in Zukunft keine Investmentbank mehr ähnlich stark unter der Kreditkrise leiden wie das zuletzt in Schieflage geratene Finanzinstitut Bear Stearns . Die Äußerungen seien bei den Anlegern auf fruchtbaren Boden gefallen und hätten sowohl die Notierungen an der Wall Street als auch die Kurse an den europäischen Börsen Auftrieb verliehen, sagten Händler.       Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 stieg um 1,18 Prozent auf 3 797,90 Punkte. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, kletterte um 1,48 Prozent auf 3 175,21 Zähler. Der britische Ftse 100 stieg um 1,08 Prozent auf 5. 915,90 Punkte. Der Euronext 100 verteuerte sich um 0,92 Prozent auf 868,52 Zähler. Für den CAC 40 ging es in Paris um 0,94 Prozent auf 4 911,97 Punkte hoch.       Bankenwerte zeigten sich überwiegend sehr fest: Im Eurostoxx etwa gewannen Aktien der Unicredit 3,55 Prozent auf 4,69 Euro. Der Unternehmenschef Alessandro Profumo erwartet für das Geschäft in Zentral- und Osteuropa zweistellige Zuwächse beim Reingewinn. Titel von BNP Paribas rückten um 3,13 Prozent auf 69,87 Euro vor. In Großbritannien stiegen die Aktien der Royal Bank of Scotland Group (Rbos) um 5,68 Prozent auf 375,88 Pence und waren damit einer der gefragtesten Werte im "Footsie".       Aktien von HSBC hingegen legten um unterdurchschnittliche 0,52 Prozent auf 859,63 Pence zu. Händlern zufolge belaste, dass die zur größten britischen Bank gehörende Onlinebank First Direct wegen der Flut von Anfragen das Hypothekengeschäft mit Neukunden eingestellt hat. Seit Dienstag würden vorübergehend keine Hypotheken mehr an Neukunden ausgegeben, hatte First-Direct-Chef Chris Pilling der "Financial Times" gesagt. Anders könne die Bank der Flut von Anfragen nicht Herr werden.       Air France-KLM büßten 1,92 Prozent auf 18,89 Euro ein. Alitalia-Papiere gaben 5,66 Prozent auf 0,50 Euro nach. Mehrere italienische Fluggesellschaften gehen laut einem Bericht der FT gegen eine Verkehrsrechte-Vereinbarung zwischen Alitalia und der italienischen Luftfahrtbehörde vor. Durch diese Vereinbarung erhält Alitalia dem Bericht zufolge Verkehrsrechte für internationale Routen, die in erster Linie für die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM interessant wären. Diese steht nämlich kurz vor der Übernahme der angeschlagenen Alitalia. An diesem Tag sollen die Übernahmegespräche zum Abschluss kommen. Zudem wurde aus Gewerkschaftskreisen in Rom bekannt, dass der Chef der französisch-niederl ändischen Fluggesellschaft, Jean-Cyril Spinetta, bei den Übernahmeverhandlungen Entgegenkommen bei der angestrebten Verringerung der Flugzeugflotte der italienischen Airline und der Mitarbeiterzahl deutlich gemacht habe.       Die Aktien der Bauunternehmen Sacyr Vallehermoso und Groupe Eiffage gerieten abseits der großen Indizes in Bewegung, nachdem sie kurzzeitig vom Handel ausgesetzt worden waren. Ein Berufungsgericht in Frankreich hat unter anderem eine Entscheidung der französischen Börsenaufsicht AMF für ungültig erklärt, die Sacyr zwingen sollte, ein öffentliches Pflichtangebot für Eiffage mit Bargeld-Komponente zu machen. "Das ist eine sehr gute Neuigkeit für Sacyr", sagte ein Händler. Sacry-Aktien gewannen 1,63 Prozent auf 97,42 Euro, wohingegen Eiffage-Titel 3,05 Prozent auf 60,11 Euro verloren.

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