Marktbericht London und Paris
US-Arbeitsmarktdaten belasten Europabörsen

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Donnerstag mit Abschlägen aus dem Handel gegangen. Börsianern zufolge waren die Notierungen zum Nachmittag hin angesichts enttäuschender US-Arbeitsmarktdaten unter Druck geraten.

dpa-afx LONDON/PARIS. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Donnerstag mit Abschlägen aus dem Handel gegangen. Börsianern zufolge waren die Notierungen zum Nachmittag hin angesichts enttäuschender US-Arbeitsmarktdaten unter Druck geraten. In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche überraschend gestiegen. Gewinne bei Ölunternehmen hätten dann jedoch geholfen, die Verluste einzudämmen, sagten Händler.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 büßte zum Handelsschluss 0,60 Prozent auf 3 774,94 Punkte ein. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, sank um 0,37 Prozent auf 3 165,02 Zähler. Der Euronext 100 gab um 0,53 Prozent auf 863,91 Punkte nach. In Paris fiel der CAC 40 um 0,49 Prozent auf 4 887,87 Punkte. Der Londoner Ftse 100 schloss 0,42 Prozent tiefer bei 5 891,30 Zählern.

Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Die wenigen, spannenden Neuigkeiten kamen vor allem von den Fluggesellschaften: So brach am Mittwochabend Air France-KLM die Verhandlungen mit den italienischen Gewerkschaften über den Kauf der maroden Alitalia erneut ab. Das von den Gewerkschaften vorgelegte Forderungspaket sei für die Gesellschaft unannehmbar. Als Folge des Scheiterns trat Alitalia-Chef Maurizio Prato zurück. Aus den Gewerkschaftskreisen hieß es daraufhin, dass keine weiteren Gespräche mehr mit der französisch-niederländischen Gesellschaft geführt werden würden. Air France-KLM stiegen in der Folge als einer der stärksten Werte im CAC 40 um 2,44 Prozent auf 19,35 Euro. Alitalia-Titel waren den gesamten Tag über vom Handel ausgesetzt gewesen.

Sehr schwach notierten an der Börse in London die Aktien der Lloyds TSB Group . Sie büßten nach einer Abstufung durch Goldman Sachs 4,24 Prozent auf 469,75 Pence ein. Die Investmentbank setzte die Titel des Finanzdienstleisters auf die "Pan-Europe Sell List". Ihrer Meinung nach reflektiert die überdurchschnittliche Wertentwicklung der Papiere bereits über Gebühr den defensiven Charakter der Papiere.

Glaxosmithkline gaben um 1,32 Prozent auf 1 121,00 Pence nach. Das Aidsmittel Ziagen des britischen Pharmakonzerns könnte laut einer Studie das Risiko eines Herzinfarktes erhöhen, wie die Fachzeitschrift "The Lancet" auf ihrer Online-Seite berichtete.

Der französische Autobauer Peugeot ist offen für eine Allianz, wie Thierry Peugeot, Mitglied der Gründerfamilie und Aufsichtsratschef des Konzerns der Tageszeitung "Il Sole 24 Ore" sagte. Die Familie habe Vorstandschef Christian Streiff gesagt, dass sie die Kontrolle über eine unabhängige Gruppe behalten wolle, gleichzeitig aber die Expansionspläne des Konzerns nicht behindern wolle. Die Aktie sank moderat um 0,06 Prozent auf 48,04 Euro.

Über den weltgrößten französischen Zementhersteller Lafarge berichtete die "South China Morning Post", dass der Konzern seine Zement-Produktion in China verdoppeln wolle. Die Zementproduktion solle bis 2010 auf rund 50 Mill. Tonnen steigen, zitiert die Zeitung den China-Chef Cyrille Ragoucy. Die Titel von Lafarge gewannen 0,75 Prozent auf 113,59 Euro.

Papiere von Ölunternehmen profitierten von den weiterhin hohen Rohölpreisen. So rückten Aktien von Total um 0,97 Prozent auf 48,97 Euro vor, für die Titel der BG Group ging es gar um 3,47 Prozent 1 164,00 Pence nach oben.

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