Marktbericht New York
Börse schließt nach US-Daten mit Gewinnen

Die US-Märkte konnten nach positiven Daten zum Immobilienmarkt deutlich zulegen. Schwache US-Arbeitsmarktdaten hatten zunächst für einen verhaltenen Handelsstart gesorgt. Dow Chemical musste einen Rückschlag verkraften.
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New YorkÜberraschend starke US-Immobiliendaten haben den US-Börsen am Donnerstag ins Plus geholfen. Ein deutliches Anziehen von Hausverkäufen im März nährte Hoffnungen der Anleger, dass die seit Jahren am Boden liegende Branche endlich auf dem Weg der Besserung ist. Damit rückten auch enttäuschende Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt etwas in den Hintergrund, die die Wall Street zum Handelsbeginn ins Minus gedrückt hatten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent bei 13.204 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.075 und 13.227 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei knapp 1400 Zählern, ein Plus von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 0,7 Prozent auf 3050 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von einem halben Prozent bei 6739 Punkten aus dem Handel.

Die wöchentlichen Job-Daten vom Arbeitsmarkt hatten zum US-Börsenstart noch die Kurse belastet. Die Zahl der Arbeitslosenhilfe-Erstanträge ging in der vergangenen Woche nur wenig zurück und fiel mit 388.000 auch höher aus als erwartet. Der Analyst Joe Manimbo von Western Union Business Solutions sprach von enttäuschenden Zahlen, die ein erneuter Beleg für den nachlassenden Schwung am Jobmarkt seien.

Unter den Einzelwerten standen Exxon Mobil und UPS im Fokus, die mit ihren Quartalsergebnissen die Erwartungen der Analysten enttäuschten. „Sie gehören zu den ersten großen Namen, die in dieser Berichtssaison die Ziele verfehlt haben“, sagte Analyst Timothy Hoyle von Haverford Investments. Exxon verdiente im ersten Quartal trotz der höheren Ölpreise weniger als vor einem Jahr. Der europäische Rivale Royal Dutch Shell hatte für denselben Zeitraum einen Gewinnanstieg von elf Prozent ausgewiesen. Exxon-Aktien schlossen 0,9 Prozent im Minus.

Ebenfalls Abschläge verzeichnete das Papier von UPS, das 1,8 Prozent an Wert verlor. Der zunehmende Internethandel kurbelte das Geschäft des weltgrößten Paketdienstes zwar an, der Umsatz kletterte um gut vier Prozent. Das Wachstum des Konkurrenten der Deutschen Post blieb aber etwas hinter den Erwartungen von Branchenexperten zurück.

Die Aktien des Chemiekonzerns Dow Chemical gaben 3,4 Prozent nach. Der BASF-Rivale erzielte im ersten Quartal nur noch einen Gewinn, der rund ein Drittel niedriger als vor einem Jahr ausfiel. Als Grund für den Rückgang nannte das Unternehmen Kosten für die Restrukturierung.

Mit guten Zahlen aufwarten konnte der Rüstungskonzern Lockheed Martin and die Online-Job-Börse Monster, deren Aktien 0,8 beziehungsweise 9,7 Prozent zulegten. Beide Unternehmen hatten die Erwartungen an den Börsen übertroffen.

Der US-Generikahersteller Watson übernimmt für mindestens 4,25 Milliarden Euro den in der Schweiz ansässigen Konkurrenten Actavis. Watson will damit zum weltweiten Branchendritten aufsteigen. Die Anleger zeigten sich von möglichen Synergieeffekten von jährlich mehr als 300 Millionen Dollar angetan, die Watson-Papiere legten 6,8 Prozent zu.

Anteilscheine des US-Getränkekonzerns PepsiCo verloren 0,5 Prozent. Höhere Rohstoffkosten drückten auf den Gewinn im ersten Quartal. Die Aktien des Rivalen Coca-Cola stiegen dagegen um gut ein Prozent.

Am Mittwoch hatte das Zugpferd Apple an den US-Börsen Jubel ausgelöst und die positiven Überraschungen der laufenden Berichtssaison gekrönt. Der iPhone- und iPad-Hersteller schob die Technologiebörse Nasdaq so gut wie alleine um mehr als zwei Prozent an und bescherte ihr damit das bislang höchste Tagesplus in diesem Jahr. Am Donnerstag legte sich die Euphorie, die Apple-Aktien verloren 0,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 780 Millionen Aktien den Besitzer. 2039 Werte legten zu, 946 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Milliarden Aktien 1575 im Plus, 944 im Minus und 107 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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