Marktbericht New York
Chrysler-Verkauf stützt US-Blue-Chips

Der milliardenschwere Verkauf von Chrysler hat am Montag in den USA auch die Papiere anderer Autokonzerne beflügelt und damit den Standardwerten zu Gewinnen verholfen. Allerdings drückten neue Sorgen über ein Abflauen der US-Wirtschaft auf die Stimmung, weshalb sich die Wall Street insgesamt uneinheitlich präsentierte.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,15 Prozent fester bei 13 346 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte er sich zwischen 13 383 und 13 297 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab hingegen 0,18 Prozent nach auf 1 503 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq verlor 0,62 Prozent auf 2 546 Punkte.

„Wenn man mal den Einfluss der Chrysler-Neuigkeit abzieht, dann wird man sehen, dass wir in Wirklichkeit gar nicht so weit gekommen sind“, kommentierte Cummins Catherwood von Rutherford, Brown & Catherwood das Börsengeschehen. Daimler kündigte an, dem Finanzinvestor Cerberus für 5,5 Mrd. Euro 80 Prozent seiner US-Tochter Chrysler zu verkaufen. Die in New York notierten Anteilsscheine des deutschen Autokonzerns kletterten um knapp 2,6 Prozent auf 84,12 Dollar.

Bear Stearns hob nach Bekanntgabe des Geschäfts sein Rating für General Motors an, da der Konzern nach Ansicht der Investmentbank von der Transaktion profitieren dürfte. GM-Aktien verteuerten sich um 3,94 Prozent auf 30,62 Dollar. Ford-Titel stiegen um 4,06 Prozent auf 8,71 Dollar. Grund war ein Bloomberg-Bericht, wonach Mitglieder der Gründerfamilie erwägen, einen Teil ihres Kontrollanteils zu verkaufen. Die Familie erklärte allerdings, ein Verkauf stehe nicht zur Debatte.

Die Auswirkung des Aufschwungs im Autosektor hielt sich jedoch in Grenzen, weil führende US-Konjunkturexperten ihre Prognosen für das Wachstum der US-Wirtschaft in diesem Quartal nach unten schraubten. Die 53 von der Philadelphia Federal Reserve befragten Volkswirte sagen nunmehr unter anderem wegen der Krise am US-Immobilienmarkt einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 2,4 Prozent voraus. Bislang hatten sie eine auf das Jahr hochgerechnete Rate von 2,7 Prozent prognostiziert. Investoren trennten sich daraufhin von Aktien der großen Mischkonzerne: General-Electric-Titel gaben ein Prozent nach auf 36,60 Dollar; 3M-Scheine verbilligten sich um 0,84 Prozent auf 84,83 Dollar.

Viele Anleger entschieden sich zudem, Kasse zu machen. „Der Markt hatte solch phänomenale sechs Wochen, da brauchte es nicht wirklich eine Entschuldigung, um zu verkaufen“, sagte Michael James von der Investmentbank Wedbush Morgan.

Zu den größten Verlieren zählten die Papiere des US-Pharmakonzerns Mylan Laboratories, die 12,05 Prozent auf 19,70 Dollar nachgaben. Anleger reagierten auf die Ankündigung des deutschen Pharma- und Spezialchemieunternehmens Merck, sein Geschäft mit Nachahmermedikamenten für 4,9 Mrd. Euro an Mylan zu verkaufen. Billiger wurden auch die Titel der Citigroup, die 0,47 Prozent auf 52,86 Dollar nachgaben, sowie Amgen-Aktien, die um 0,41 Prozent auf 56,07 Dollar fielen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,39 Mrd. Aktien den Besitzer. 1159 Werte legten zu, 2136 gaben nach und 151 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,95 Mrd. Aktien 968 im Plus, 2069 im Minus und 119 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 98-14/32. Sie rentierten mit 4,696 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 7/32 auf 98-05/32 nach und hatten eine Rendite von 4,867 Prozent.

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