Marktbericht New York
Dow-Jones-Index verliert fast 400 Punkte

Die Angst vor einer raschen Ausuferung der amerikanischen Hypothekenmarktprobleme auf andere Kreditmarktbereiche und die internationalen Finanzmärkte hat am Donnerstag die Aktienkurse an der Wall Street in den Keller getrieben. Es gab bei hektischem und extrem nervösen Handel Kursrückschläge auf breiter Front. Finanzaktien wiesen die stärksten Kursverluste auf.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index brach um 387,18 Punkte oder 2,83 Prozent auf 13 270 Punkte ein. Der S&P-500-Index sackte um 2,96 Prozent auf 1 453 Punkte ab. Der Nasdaq-Index verlor mit 2 556 Punkten 2,16 Prozent an Wert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank gaben den Finanzmärkten riesige Liquiditätsspritzen, um die Kreditmarktprobleme einzugrenzen. Der amerikanische Rentenmarkt war fest, da viele Anleger Sicherheit bei US-Staatsanleihen suchten. Der Euro fiel scharf auf 1,3675 Dollar gegenüber 1,3798 Dollar am Vortag.

Die Kreditprobleme rückten wieder verstärkt ins Zentrum, nachdem die französische Bank BNP Paribas wegen ihres Engagements am US-Hypothekenmarkt drei Fonds auf Eis gelegt hatte. Zudem berichtete das "Wall Street Journal", dass ein zweiter Hedge Fonds von Goldman Sachs in ernste Schwierigkeiten geraten sei. "Die Angst geht um - und wo Angst ist, da ist Panik. Und wo Panik herrscht, da wird verkauft", kommentierte Analyst Mike O'Hare von JP Morgan Chase das Börsengeschehen.

Vor allem Banken- und Finanztitel wie Goldman Sachs gerieten in den Strudel, sie verbuchten Verluste von 5,7 Prozent auf 182,25 Dollar. Bear Stearns verloren und 5,8 Prozent auf 114,05 Dollar. Der Aktienkurs der Citigroup gab um 5,2 Prozent nach auf 46,90 Dollar.

Auch die Papiere von AIG verloren: Der weltgrößte Versicherer konnte zwar trotz Verlusten im Hypothekengeschäft den Gewinn um gut ein Drittel steigern. Die anhaltende Krise am Immobilienmarkt belastete aber die Sparte für Hypotheken-Garantien. Zudem warnte AIG vor wachsenden Zahlungsausfällen auch bei besser besicherten Hypotheken. Die Aktien sanken um 3,3 Prozent auf 64,30 Dollar.

Ein weiterer Verlierer war Home Depot, dessen Kurs um 5,3 Prozent auf rund 35,79 Dollar nachgab. Die weltgrößte Baumarktkette bekommt womöglich weniger Geld für ihre Gewerbekunden-Sparte als zuvor vereinbart. Dem Konzern zufolge könnten die Verhandlungen mit den Käufern - die Finanzinvestoren Bain Capital Partners, Carlyle Group sowie Clayton, Dubilier & Rice - zu einer Reduzierung des Kaufpreises von 10,3 Mrd. Dollar führen.

An der New York Stock Exchange wechselten knapp 2,8 Mrd. Aktien den Besitzer. 702 Werte legten zu, 2648 gaben nach und 64 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,54 Mrd. Aktien 1062 im Plus, 1928 im Minus und 100 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 21/32 auf 99-26/32. Sie rentierten mit 4,774 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 15/32 auf 95-29/32 und hatten eine Rendite von 5,017 Prozent.

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