Marktbericht New York
Dunkle Wolken über der Wall Street

Nach der Veröffentlichung der jüngsten Arbeitsmarktzahlen sind die US-Börsen am Freitag zunächst mit Gewinnen in den Handel gestartet. Doch der Aufwind hielt nicht lange an, die Blue-Chip-Indizes sind schnell ins Minus gedreht. Händler befürchteten, die positiven Zahlen könnten die Fed zu einer Anhebung der Zinsen verleiten und reagierten daher mit Aktienverkäufen. Zudem stieg der Ölpreis an, was sich negativ auf die Unternehmensgewinne auswirken könnte.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer bei 11 986 Punkten, nachdem er im Verlauf zwischen 11 965 und 12 061 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel 0,2 Prozent auf 1364 Zähler, der technologielastige Nasdaq-Index 0,1 Prozent auf 2330. Auf Wochensicht bedeutet das ein Minus von 0,9 Prozent beim Dow, von einem Prozent beim S&P und von 0,8 Prozent bei der Nasdaq.

Zu den Verlierern zählten die Aktien von Wal-Mart. Sie fielen um 1,6 Prozent auf 47,53 Dollar, nachdem der weltgrößte Einzelhändler seine Preise für fast 100 Elektronikprodukte gesenkt hatte. Die Papiere der Fast-Food-Kette McDonald's gaben um knapp zwei Prozent auf 41,24 Dollar nach. Anleger verkauften zudem Aktien von Whole Foods. Der Einzelhändler hatte vor einer Verlangsamung des Umsatzwachstums in kommenden Jahr gewarnt. Die Aktien brachen daraufhin um gut 23 Prozent auf 46,26 Dollar ein.

Das US-Arbeitsministerium hatte vor Börsenbeginn Zahlen vorgelegt, wonach die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt im Oktober mit 4,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren fiel. "Das bedeutet, dass die Fed eine Zinserhöhung wenigstens in Erwägung ziehen wird", sagte Hugh Johnson von Johnson Illington Advisors. Auch das unerwartet kräftige Wachstum im Dienstleistungssektor könnte die Fed zu einer Anhebung der Zinsen bewegen, sagten Händler.

Die Stimmung auf dem Börsenparkett wurde zudem durch einen Anstieg der Ölpreise getrübt: US-Leichtöl verteuerte sich um rund zwei Prozent auf mehr als 59 Dollar. Ursache dafür war Händlern zufolge unter anderem eine Warnung der USA vor einer Anschlagsserie und Entführungen von Ausländern in Nigerias wichtigster Ölförderregion. Zudem gab es eine Bombendrohung bei einer Raffinerie des Ölriesen BP in den USA.

Entgegen dem Markttrend entwickelten sich die Aktien von Electronic Arts. Der weltgrößte Hersteller von Computerspielen hatte im zweiten Quartal überraschend einen Überschuss erwirtschaftet. Die Papiere legten um 11,7 Prozent auf 59,24 Dollar zu.

Profiteure des gestiegenen Ölpreises waren die Aktien der Energieunternehmen. Chevronverzeichnete einen Kursanstieg von 1,7 Prozent auf 68,91 Dollar, die Aktien des Rivalen Exxon verteuerten sich um 1,4 Prozent 72,15 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,52 Mrd. Aktien den Besitzer. 1523 Werte legten zu, 1795 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Mrd. Aktien 1740 im Plus, 1273 im Minus und 157 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 30/32 auf 101-06/32. Sie rentierten mit 4,719 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 46/32 auf 95-03/32 und hatten eine Rendite von 4,813 Prozent.

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