Marktbericht New York
Fed verleiht dem Dow Jones Flügel

Die Finanzspritzen der US-Notenbank Fed und anderer Zentralbanken lösten an der Wall Street am Dienstag eine Kaufwelle aus. Vor allem die Kurse im Finanzsektor legten deutlich zu. Die anhaltende Euphorie trieb den Dow-Jones-Index satt ins Plus – und dabei zum größten Anstieg seit fünf Jahren.

HB NEW YORK. Die Finanzspritzen der US-Notenbank Fed und anderer Zentralbanken haben die New Yorker Aktienmärkte am Dienstag beflügelt: Der Dow-Jones-Index und die Technologiebörse Nasdaq verzeichneten die stärksten prozentualen Zuwächse seit fünf Jahren. Der breiter gefasste S&P-Index legte so deutlich zu wie seit Oktober 2002 nicht mehr. Die US-Notenbank hatte zuvor die Bereitstellung von 200 Mrd. Dollar angekündigt, um einen Liquiditätsengpass an den Kapitalmärkten zu verhindern.

Der Dow notierte zum Handelsschluss mit einem Plus um 3,6 Prozent bei 12 156 Punkten. Der S&P-500-Index schloss bei 1 320 Punkten, einem Plus von 3,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann knapp vier Prozent und ging mit 2255 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax 1,2 Prozent höher bei 6 524 Punkten. Die Fed kündigte an, für die Liquiditätsspritze ein bestehendes Kreditprogramm auszuweiten und künftig auch Hypotheken-Anleihen als Sicherheiten zu akzeptieren, die mit dem Kollaps am US-Immobilienmarkt zuletzt an Wert verloren hatten. "Der Schritt kommt zu einer für den Markt kritischen Zeit", sagte Marktstratege Steve Goldman von Weeden & Co. "Das ist die nächste Verteidigungslinie. Die Fed musste kreativ sein."

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Neben der Fed bieten unter anderem die EZB sowie die Notenbanken Großbritanniens und Japans zusätzliche Gelder an. Davon profitierten vor allem Finanzwerte: Die Papiere der beiden größten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac gewannen elf beziehungsweise knapp 16 Prozent. Die Titel der Investmentbank Lehman Brothers zogen 7,8 Prozent an und schlossen bei 46,31 Dollar, die des Konkurrenten Bear Stearns stiegen gut ein Prozent auf 62,97 Dollar. Auch die Papiere der angeschlagenen Anleiheversicherer MBIA und Ambaclegten deutlich zu.

Bei den Technologiewerten gehörte Apple zu den Gewinnern. Die Aktie des Computer- und iPod-Herstellers legte um 6,4 Prozent auf 127,35 Dollar zu. Im Zuge des steigenden Ölpreises verteuerte sich zudem das Papier des Energiekonzerns Exxon um 5,1 Prozent auf 86,68 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl erreichte im Handelsverlauf mit knapp 110 Dollar je Barrel (159 Liter) einen Rekordstand. Nach der Bekanntgabe der Finanzspritzen durch die Notenbanken gab er jedoch ein Teil seiner Gewinne wieder ab und notierte 0,7 Prozent im Plus bei knapp 108,64 Dollar, was allerdings noch immer für eine neue Rekordmarke reichte.

Gegen den Trend entwickelte sich das Papier von Texas Instruments. Eine schwächere Nachfrage nach Handy-Chips belastet die Geschäfte des US-Halbleiterherstellers und zwang das Unternehmen seine Gewinn- und Umsatz-Prognose für das erste Quartal zu senken. Die Aktie fiel drei Prozent auf 28,76 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,95 Mrd. Aktien den Besitzer. 2647 Werte legten zu, 535 gaben nach und 51 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,45 Mrd. Aktien 2165 im Plus, 767 im Minus und 102 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 38/32 auf 99-3/32. Sie rentierten mit 3,609 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 25/32 auf 97-23/32 und hatten eine Rendite von 4,515 Prozent.

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