Marktbericht New York
Finanzsektor zieht Wall Street erneut ins Minus

Die US-Börsen haben am Dienstag wieder im Minus geschlossen. Nach einem guten Handelsstart, wurden die Märkte vor allem durch Ängste vor wieder aufflammenden Verlusten im Finanzsektor belastet. Zudem drückte ein sinkender Ölpreis Energietitel nach unten. Aber auch aus der Automobilbranche gab es schlechte Neuigkeiten.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,81 Prozent tiefer bei 12 402 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12 342 und 12 554 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index ging mit einem Minus von 0,58 Prozent bei 1377 Zählern aus dem Handel, der Technologie-Index Nasdaq verlor 0,44 Prozent auf 2480 Punkte. In Deutschland gewann der Dax 0,2 Prozent auf 7019 Punkte. Die bereits am Montag stark gefallenen Aktien von Lehman Brothers brachen um 9,5 Prozent ein. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, die Investmentbank könne sich eine Kapitalspritze in Höhe von bis zu vier Mrd. Dollar beschaffen, da ihr ein Quartalsverlust blühe. Es gebe eine weit verbreitete Wahrnehmung am Markt, dass einige Brokerhäuser bereits früher als gedacht neues Kapital bräuchten, sagte Peter Kenny von Knight Equity Markets in Jersey City, New Jersey.

Der Preis für US-Leichtöl fiel auf unter 125 Dollar pro Barrel und zog damit Energietitel nach unten, während die Aktien von Fluggesellschaften zulegten. "Wir könnten uns zwar sehr gut damit anfreunden, dass der Ölpreis nicht weiter steigt", sagte David Bianco von UBS in New York. Der starke Anstieg der Spritpreise könne jedoch nicht nur schlecht für den Aktienmarkt sein. "Wir glauben, dass der Energieeffizienzboom sehr positiv für die Industriekonzerne ist."

So profitierten General Motors-Papiere zunächst von der Ankündigung des Autobauers, angesichts der steigenden Spritpreise weniger Pickups und SUVs und dafür mehr kleinere und mittelgroße Wagen produzieren zu wollen. Ein Absatzeinbruch um fast ein Drittel im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat drückte die GM-Titel jedoch wieder um mehrere Prozentpunkte nach unten, so dass sie nur noch 0,8 Prozent im Plus schlossen.

Die Aktien von Tyson Foods fielen um knapp acht Prozent, nachdem der größte US-Produzent von Hühner-, Rinder- und Schweinefleisch mitteilte, es gebe einen Hühnerbestand, der wegen einer milden Variante der Vogelgrippe getötet werden müsse.

Zu Handelsbeginn hatten die Kurse noch von einem überraschend gestiegenen Auftragseingang der US-Industrie im April profitiert. Auch Äußerungen Bernankes hatten den Anlegern Mut gemacht. Der Notenbankchef bezeichnete die Zinspolitik der Fed als angemessen für ein Wirtschaftsumfeld, das einerseits einem Preisdruck und andererseits Gefahren für das Wachstum ausgesetzt sei.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Mrd. Aktien den Besitzer. 1261 Werte legten zu, 1844 gaben nach und 113 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,19 Mrd. Aktien 1221 im Plus, 1623 im Minus und 134 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 99-23/32. Sie rentierten mit 3,907 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 22/32 auf 95-28/32 und hatten eine Rendite von 4,631 Prozent.

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