Marktbericht: New York
Inflationssorgen drücken US-Börsen ins Minus

Inflationssorgen und der wieder anziehende Ölpreis haben die Wall Street am Mittwoch belastet. Die drei Leitindizes schlossen im Minus. Wieder einmal sorgten sich die Anleger zudem vor einer Ausweitung der Kreditkrise. Auch ein schwacher Einzelhandelsumsatz nährte die Furcht vor einer weiteren Abschwächung der Wirtschaft.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,94 Prozent tiefer mit 11 532 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 11 453 und 11 633 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,29 Prozent auf 1285 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte mit 2428 Punkten 0,08 Prozent schwächer.

Die Einfuhrpreise kletterten im Juli um 1,7 Prozent und damit fast doppelt so schnell wie erwartet. Dies schürte die Furcht vor Zinserhöhungen der US-Notenbank. Erst am Dienstag hatten sich mehrere Vertreter der Notenbank besorgt über die hohe Inflation geäußert. Aus dem Einzelhandel kamen gemischte Signale: Angesichts der schwachen Autoverkäufe ging der Umsatz im Juli leicht zurück.

"Die Leute haben Angst vor den Auswirkungen der Kreditkrise auf die Verbraucher", sagte Eric Kuby, Analyst bei NorthStar Investment Management. "Die Einzelhandelszahlen von heute sind ein neuer Anhaltspunkt, der auf eine Abschwächung der Wirtschaft hindeutet und Verbraucher sich bei Anschaffungen zurückhalten."

Zu den Verlierern gehörten die Papiere des Blackberry-Herstellers Research in Motion, die 1,1 Prozent nachgaben. Gegen den Trend tendierten die Aktien von Apple mit 1,45 Prozent im Plus. Das Börsenschwergewicht kündigte an, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft sein iPhone auch im Einzelhandel verkaufen zu wollen.

Auch Finanzwerte standen wieder auf den Verkaufslisten der Händler und verzeichneten wie am Vortag Verluste. Die Börsianer fürchteten weiter, dass die Kreditkrise noch nicht ausgestanden ist. Die Aktien der größten US-Privatkundenbank Bank of America verloren knapp 7,3 Prozent.

Zu den Verlierern gehörten auch die Titel des weltgrößten Landmaschinen-Herstellers Deere. Seine Aktien fielen um 3,2 Prozent, weil die Geschäftszahlen hinter den Erwartungen zurückblieben. Auch die Papiere weiterer großer Maschinenfabrikanten verbilligten sich. Die Aktie des Baumaschinenherstellers Caterpillar gab 2,8 Prozent nach.

Die Titel von Applied Materials legten 4,7 Prozent zu. Der Chipausrüster erlitt zwar einen Gewinn- und Umsatzeinbruch, schürte aber die Hoffnung, dass die Branche ihren Tiefpunkt erreicht hat. Für gemischte Stimmung sorgte der Ölpreis, der nach der Veröffentlichung der wöchentlichen Öl-Lagerbestände in den USA wieder zulegte. Die Öl- und Benzinvorräte waren in der vergangenen Woche deutlicher als erwartet geschrumpft. Der Preis für das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI sprang in Folge der Daten zeitweise mehr als drei Dollar auf über 117 Dollar. Nur kurzzeitig konnten die von ihm profitierenden Energieunternehmen den Nasdaq und den S&P ins Plus drücken. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,21 Mrd. Aktien den Besitzer. 1354 Werte legten zu, 1776 gaben nach und 91 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,02 Mrd. Aktien 1506 im Plus, 1321 im Minus und 123 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 12/32 auf 100-14/32. Sie rentierten mit 3,947 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken um 17/32 auf 98-26/32 und hatten eine Rendite von 4,572 Prozent.

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