Marktbericht New York
Konjunkturdaten beflügeln US-Börsen

Der Arbeitsmarkt und der Konsum sind die Achillesfersen der US-Wirtschaft. Doch heute gab es von beiden Seiten positive Nachrichten. Für die amerikanischen Aktienmärkte war damit die Richtung vorgegeben: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq schlossen deutlich im Plus.
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HB NEW YORK. Überraschend starke Konjunkturdaten haben der Wall Street am Mittwoch zu Kursgewinnen verholfen. Ermutigende Zahlen vom Arbeitsmarkt und zum Konsumklima sorgten für gute Stimmung an den US-Börsen und machten Hoffnung, dass die wirtschaftliche Erholung an Fahrt aufnimmt. Analysten sahen darin gute Voraussetzungen für das wichtige Feiertagsgeschäft, das traditionell mit dem kommenden Wochenende nach dem Erntedankfest beginnt. Die positiven Nachrichten verdrängten die Sorgen wegen der Spannungen in Korea und der Schuldenkrise in Europa. „Jetzt haben wir gute Konjunkturzahlen, und es gibt ein Tauziehen zwischen der anziehenden Wirtschaft und den geopolitischen Ereignissen“, sagte Analyst Paul Mendelsohn von Windham Financial Services.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nach zwei Tagen mit Verlusten mit einem Plus von 1,4 Prozent bei 11 187 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 11 037 und 11 195 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 legte 1,5 Prozent zu auf 1198 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,9 Prozent auf 2 543 Stellen. Der Umsatz war vor dem Thanksgiving-Feiertag gering.

Die Hoffnung auf eine Entspannung am Arbeitsmarkt erhielt durch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Nahrung. Deren Zahl sank in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand seit Juli 2008 und zugleich stärker als von Analysten prognostiziert. „Das sagt mir, dass die Wirtschaft sich erholt und die Lage am Arbeitsmarkt sich verbessert“, kommentierte Marktstratege Phil Orlando von Federated Investors.

Die Erholung am Arbeitsmarkt sorgte auch dafür, dass das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung unerwartet stark zulegte. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan stieg im November nach endgültigen Berechnungen auf den höchsten Stand seit Juni. Außerdem erhöhten sich die Konsumausgaben im Oktober den vierten Monat in Folge.

Unter den Einzeltiteln ragten die Aktien von Tiffany heraus, die 5,3 Prozent zulegten. Der Edel-Juwelier hatte Quartalsergebnisse und eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr vorgelegt, die über den Markterwartungen lagen. Zudem rechnet das Unternehmen mit einem guten Weihnachtsgeschäft.

Oracle-Aktien stiegen um gut zwei Prozent. Ein Gericht entschied, dass der deutsche Rivale SAP wegen des Diebstahls von Software und deren unerlaubter Nutzung 1,3 Mrd. Dollar an Oracle zahlen muss. SAP-Aktien gingen in Deutschland mit einem Minus von knapp einem Prozent aus dem Handel.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Mio. Aktien den Besitzer. 2 489 Werte legten zu, 509 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,62 Mrd. 2 089 Aktien im Plus, 556 im Minus und 101 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 38/32 auf 97-17/32. Sie rentierten mit 2,918 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 50/32 auf 99-14/32 nach und hatten eine Rendite von 4,287 Prozent.

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  • Wer`s glaubt, wird selig. Die wöchentlichen Anträge für Arbeitslosenunterstützung gingen letzte Woche natürlich zurück, weil ein Feiertag die Leute hinderte, das Amt aufzusuchen - so what? Der minimale Anstieg beim Konsum um 0,1% ist vergleichsweise bedeutungslos. Erfassungs- und berechnungsfehler liegen schon in höherem Schwankungsbereich. Außerdem verzerrt das Erntedankfest durch Puter- und sonstige Käufe die Statistik. Nein, nicht die Wirklichkeit treibt die Kurse, sondern der Wille und das Geld von Fed, Regierung und Wall-Street, weil nur noch auf diese kranke Weise Geld zu verdienen ist.

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