Marktbericht New York
Kreditmarkt-Sorgen drücken US-Aktienmärkte ins Minus

Erneute Sorgen über die Probleme am Hypothekenmarkt haben am Dienstag die US-Börsen ins Minus gedrückt. Anfänglich hatten die überraschend starken Quartalszahlen von GM und neue Inflationsdaten den Markt noch Gewinne beschert. Später drehten die Aktien auch wegen der steigenden Ölpreise ins Minus, allen voran der Index der Technologiebörse Nasdaq.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer bei 13 211 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 13 199 und 13 498 gependelt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index ging mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 1 455 Zählern aus dem Handel und verzeichnete damit im Juli die stärksten Monatsverluste seit drei Jahren. Die Nasdaq fiel um 1,4 Prozent auf 2 546 Punkte.

Die Stimmung der Anleger wurde unter anderem durch die Nachricht gedämpft, dass der US-Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage Investment möglicherweise vor der Pleite steht. Das Unternehmen teilte mit, dass es selbst keine Kredite mehr erhalte und nun nach anderen Wegen suchen müsse, um an Geld zu kommen. Zu den Möglichkeiten zähle auch der Verkauf von Vermögenswerten, hieß es. Die Aktien von American Home Mortgage stürzten 89 Prozent ins Minus. Zuvor waren sie zeitweise vom Handel ausgesetzt gewesen. Auch die Papiere von Mortgage Guaranty Insurance Corp notierten knapp 15 Prozent im Minus. Die Aktien von PMI Group fielen fast neun Prozent.

„Der Markt reagiert wahnsinnig sensibel, sobald es irgendwie um Kredite geht“, sagte Owen Fitzpatrick von Deutsche Bank Private Wealth Management in New York. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Sorgen über die Probleme am Hypothekenmarkt zu den schlimmsten Wochenverlusten des Dow und des S&P seit 2002 geführt. Am Dienstag spielte auch der Anstieg des US-Leichtölpreises eine Rolle: Dieser stieg am Terminmarkt um mehr als ein Dollar je Barrel auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Zu den Verlierern gehörten zudem die Aktien der Opel-Mutter GM. Nach anfänglichen Kursgewinnen schlossen sie 0,6 Prozent im Minus bei 32,40 Dollar, obwohl der größte US-Autobauer im zweiten Geschäftsquartal überraschend viel verdient hatte.

Kursgewinne verzeichneten dagegen die Papiere von Sun Microsystems. Sie stiegen um 4,3 Prozent auf 5,10 Dollar, nachdem der US-Computerhersteller dank Kostensenkungen im abgelaufenen Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben hatte.

Auch die Aktie des Medienkonzerns Dow Jones verteuerte sich um 11,3 Prozent auf 57,38 Dollar, da der umstrittene Medienmogul Rupert Murdoch offenbar kurz vor seinem Ziel steht, den Konzern für fünf Milliarden Dollar zu kaufen.

Die Papiere von Johnson & Johnson notierten 0,7 Prozent höher. Der US-Pharma- und Medizintechnikkonzern hatte angekündigt, dass er auf die Kostenbremse treten und die Zahl seiner Mitarbeiter um drei bis vier Prozent drücken will.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,21 Milliarden Aktien den Besitzer. 1410 Werte legten zu, 1938 gaben nach und 87 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,78 Milliarden Aktien 1215 im Plus, 1808 im Minus und 112 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 98-3/32. Sie rentierten mit 4,743 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 26/32 auf 97-19/32 und hatten eine Rendite von 4,904 Prozent.

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