Marktbericht New York
Oracle und Finanzkrise belasten Wall Street

Schlechte Nachrichten im Technologiesektor und die Angst vor weiteren Abschreibungen bei Banken haben die US-Börsen am Donnerstag belastet. Die enttäuschenden Umsatzzahlen des Softwarekonzerns Oracle schürten Befürchtungen, die Krise könnte auf die bislang als immun geltende Technologie-Branche übergreifen.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,97 Prozent tiefer bei 12 302 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 12.476 und 12 293 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,15 Prozent auf 1325 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,87 Prozent nach auf 2280 Punkte. In Frankfurt war der Dax 1,37 Prozent fester bei 6578 Zählern aus dem Handel gegangen.

Oracle sei als Großkonzern in vielen Geschäftsbereichen präsent, sagte James Rosenthal von Punk Ziegel & Company. Wenn sich dieses Unternehmen vorsichtig zeige, "wird dies das gesamte Geschäft der nächsten drei bis sechs Monate betreffen. Darum sind die Techwerte heute schwach". Oracle-Finanzchefin Safra Catz wies auf einen schleppenden Verkauf neuer Software im laufenden Quartal hin. Das Unternehmen werde es schwerer haben als vor einem Jahr, Abschlüsse zu tätigen, warnte Catz.

Zudem fuhr der SAP-Konkurrent im abgelaufenen Quartal einen überraschend »  geringen Umsatz ein und enttäuschte damit die Anleger. Als Grund nannte das Unternehmen die Kaufzurückhaltung der Kunden. Damit zerstörte Oracle die Hoffnung, dass die Software-Branche von den wirtschaftlichen Turbulenzen unberührt bleiben könnte. Oracle-Aktien verloren 7,21 Prozent auf 19,43 Dollar. Auch andere Software-Titel gaben nach. Nach der Senkung des Preisziels für Google durch UBS und Lehman verloren die Papiere drei Prozent an Wert. Auf der US-Investmentbank Lehman Brothers lasteten Marktgerüchte, dem Institut könnte ein ähnliches Schicksal drohen wie der Konkurrentin Bear Stearns. Bear Stearns hatte sich am Markt für zweitklassige Hypothekenkredite verspekuliert und steht vor einem Notverkauf an JPMorgan. Lehman wies die Gerüchte zurück, die Papiere schlossen dennoch fast neun Prozent im Minus bei 38,71 Dollar.

Eine erneute milliardenschwere Hilfsaktion der US-Notenbank Fed konnte dem Handel nur kurzzeitig Auftrieb geben. Auch positive Konjunkturnachrichten hellten die negative Stimmung nicht nachhaltig auf: Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft kletterte nach endgültigen Berechnungen der Regierung gegen Ende 2007 auf das Jahr hochgerechnet um 0,6 Prozent. Im dritten Quartal war die Wirtschaft noch mit einer Jahresrate von 4,9 Prozent gewachsen. Seitdem haben die schlechten Nachrichten für die US-Konjunktur im Zuge der Kreditkrise zugenommen und Ängste vor einer Rezession geschürt. Der Markt hatte sich zunächst erleichtert gezeigt, dass das BIP die Erwartungen traf und nicht schlechter ausfiel als prognostiziert. Auch ein Rückgang der Erstanträge für Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche hatte zunächst dafür gesorgt, dass Rezessionssorgen gemildert wurden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,43 Milliarden Aktien den Besitzer. 1172 Werte legten zu, 1965 gaben nach und 74 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Milliarden Aktien 1086 im Plus, 1804 im Minus und 122 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 20/32 auf 99-21/32. Sie rentierten mit 3,539 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken um 45/32 auf 99-21/32 und hatten eine Rendite von 4,396 Prozent.

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