Marktbericht New York
Regionalbanken schieben US-Börsen an

Der Handel an der Wall Street zeigte sich am Dienstag nervös. Nach gutem Beginn gab der Dow-Jones-Index zunächst nach, drehte jedoch wieder ins Plus und schloss am Ende fest. Überraschende Gewinne bei einigen regionalen Finanzinstituten spielten dabei eine besondere Rolle.

HB NEW YORK. Die US-Börsen haben am Dienstag nach einem wechselhaften Handel mit leichten Kursgewinnen geschlossen. Nach einigem Auf und Ab zogen letztlich überraschend kräftige Quartalsgewinne von Regionalbanken die Leitindizes ins Plus. Daneben profitierten Energiekonzerne von dem neuen Rekordhoch beim Ölpreis, der deutlich über 113 Dollar ja Barrel stieg. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,49 Prozent im Plus auf 12 362 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 12 387 und 12 269 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,46 Prozent auf 1334 Zähler. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq stieg 0,45 Prozent auf 2286 Stelle. Der deutsche Aktienindex Dax schloss in Frankfurt 0,5 Prozent höher bei 6585 Punkten. Der europäische Stoxx50 beendete den Handel ebenfalls ein halbes Prozent höher bei 3089 Zählern.

Vor der Vorlage der Quartalsbilanz des Chip-Giganten Intel kurz nach Börsenschluss zeigte sich der US-Markt launisch. Anfangsgewinne wurden von einer Warnung des Finanzdienstleisters State Street vor milliardenschweren Buchverlusten in seinem Portfolio zunächst zunichtegemacht. Die Papiere des Unternehmens rutschten um knapp zehn Prozent ab. "Wenn das Vertrauen nur hauchdünn ist, sind die Leute nervös, egal ob es schlechte, gute oder keine Nachrichten gibt", beschrieb Marktstratege Al Goldman von Wachovia Securities das Auf und Ab im Handelsverlauf. Letztlich setzte sich aber etwa Optimismus über ein baldiges Ende der US-Wirtschaftsflaute durch. Dieser wurde genährt von dem Index der New Yorker Fed für das Verarbeitende Gewerbe, der überraschend den größten Satz seit fünf Jahren machte und damit alle Erwartungen übertraf sowie von unerwartet guten Geschäftszahlen von U.S. Bancorp. Das Regional-Institut musste zwar einen Gewinnrückgang auf 1,09 Mrd. Dollar hinnehmen, aber die Geschäfte liefen dennoch nicht so schlecht wie befürchtet. Die Papiere der sechstgrößten US-Bank legten um knapp zwei Prozent zu.

Die Halbleiterbranche litt vor den Intel-Zahlen unter einer Gewinnwarnung von Avnet. Die Aktien des Vertreibers von Elektronikbauteilen brachen um mehr als zwölf Prozent ein.

Das Fusionsfieber in der Luftfahrt stieß bei den Anlegern auf keine große Begeisterung. Delta Air Lines und Northwest Airlines schließen sich zur größten Airline der Welt zusammen, um sich gegen die Wirtschaftskrise und die Explosion der Ölpreise zu stemmen. Delta-Air-Lines-Aktien gaben mehr als zwölf Prozent nach, Northwest-Papiere büßten 8,4 Prozent ein. Die Papiere der beiden anderen Fusionskandidaten Continental und United notierten mit einem Abschlag von sieben beziehungsweise 5,5 Prozent ebenfalls deutlich im Minus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,23 Mrd. Aktien den Besitzer. 1856 Werte legten zu, 1261 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Mrd. Aktien 1537 im Plus, 1321 im Minus und 161 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 19/32 auf 99-09/32. Sie rentierten mit 3,587 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken um 41/32 auf 99-04/32 und hatten eine Rendite von 4,427 Prozent.

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