Marktbericht New York
US-Börsen drehen spät ins Plus

Überraschend positive Absatzzahlen des US-Autobauers GM haben den US-Börsen am Dienstag im späten Handel kräftigen Auftrieb gegeben. GM musste zwar einen Absatzrückgang hinnehmen, dieser fiel aber nicht so drastisch aus wie befürchtet.

HB NEW YORK. Dies reichte den Händlern am ersten Handelstag der zweiten Jahreshälfte aus, um sich auf Schnäppchenjagd zu begeben. Auch nahm der GM-Trend den Anlegern etwas von der Sorge um die Folgen der anhaltend hohen Ölpreise, die zuvor die Stimmung auf dem Parkett getrübt hatten.

Der Dow Jones schloss 0,28 Prozent fester mit 11 382 Zählern, nachdem er vor Bekanntgabe der GM-Zahlen rund zwei Stunden vor Handelsschluss noch 1,2 Prozent im Minus gelegen hatte. Im Tagesverlauf pendelte der Index zwischen 11 183 und 11 407 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,38 Prozent auf 1284 Stellen zu. Der Technologie-Index Nasdaq schloss 0,52 Prozent fester bei 2304 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 1,6 Prozent tiefer bei 6315. GM-Aktien lagen zeitweise zehn Prozent im Plus und schlossen 2,2 Prozent fester bei 11,75 Dollar. Allerdings war der Kurs in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit Mitte der 50er Jahre gefallen. Der GM-Rivale Ford meldete am Dienstag ebenfalls Absatzeinbußen und wurde von den Anlegern abgestraft. Im Sog von GM zogen Ford-Papiere zwar zwischenzeitlich wieder an, schlossen aber mit einem Minus von gut zwei Prozent.

Joe Saluzzi von Themis Trading fasste den Trend vom Dienstag so zusammen: „Zwei Buchstaben: GM“. Jede Nachricht, die ein bisschen besser sei als erwartet, bringe einen Aufschwung in Gang. Für Optimismus sorgte auch der mit Spannung erwartete US-Einkaufsmanager-Index, den das Institute for Supply Management (ISM) im Juni mit 50,2 Punkten bezifferte. Damit war das Barometer nicht nur im Vergleich zum Vormonat (49,6 Punkte) gestiegen, sondern lag erstmals seit Januar wieder über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Experten hatten mit einem weiteren Rückgang gerechnet.

„Allein schon die Nachricht, dass er über 50 ist, reichte aus, um den Markt zum Kaufen anzuregen“, sagte Richard Sparks von Schaeffer's Investment Research. Von Dauer dürfte die Euphorie allerdings nicht sein. „Die Sorge über die Ölpreise und die Spannungen im Nahen Osten dürften dominieren.“ Der Preis für Rohöl stieg am Dienstag um gut ein Prozent: Das Fass kostete mehr als 141 Dollar.

Unter Druck gerieten deshalb besonders Werte von energieintensiven Industrien. So gehörte der Aluminium-Produzent Alcoa mit einem Minus von mehr als 3,3 Prozent zu den Verlierern im Dow. Der unlängst gebeutelte Finanzsektor erholte sich dagegen und ein Gewinner stach hier hervor: Die Titel der CIT Group sprangen um fast 30 Prozent in die Höhe, weil dem Unternehmen der Verkauf von großen Teilen seines Immobiliengeschäftes gelang. Lehman Brothers kletterten 5,8 Prozent, nachdem Morgan Stanley die Bewertung der Investmentbank mit „übergewichten“ gestartet hatte. Auch Merrill Lynch und die Citigroup konnten Boden gutmachen. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,6 Mrd. Aktien den Besitzer. 1333 Werte legten zu, 1832 gaben nach und 74 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,6 Mrd. Aktien 1198 Titel im Plus, 1672 im Minus und 120 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben im späten Handel 8/32 auf 98-29/32 nach. Sie rentierten mit 4,008 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 15/32 auf 97-04/32. Damit ergab sich eine Rendite von 4,551 Prozent.

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