Marktbericht New York
US-Börsen finden keinen Halt

Die wichtigsten US-Börsenindizes haben sich am Freitag mit weiteren Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Damit erlebte die Wall Street die schwärzeste Woche seit mehr als vier Jahren.

HB NEW YORK. Marktteilnehmer sprachen von einer anhaltenden Nervosität der Anleger nach dem Einbruch an den internationalen Finanzmärkten, der seinen Anfang am Dienstag in China genommen hatte. Auf die Stimmung drückte auch ein unerwartet schwaches Verbrauchervertrauen im Februar. Und einmal mehr bereitete der steigende Yen den Händlern Sorgen, so genannte Carry Trades in den USA könnten aufgelöst werden und einen weiteren Aktienmarktabsturz nach sich ziehen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,98 Prozent schwächer bei 12 114 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 12 107 und 12 247 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,14 Prozent auf 1387 Zähler. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab 1,51 Prozent nach auf 2368 Punkte. Im Wochenverlauf büßte der Dow 4,22 Prozent ein; der S&P fiel um 4,42 Prozent und die Nasdaq stürzte um 5,85 Prozent ab.

"Wir erleben einen Richtungswechsel am Markt, und Änderungen machen nervös. Aber Nervosität birgt auch Chancen", sagte Analyst Anthony Conroy von BNY Brokerage. Die Anleger hielten nun Ausschau nach sichereren Anlageformen wie etwa Anleihen, aber auch Aktien von Pharma- und Lebensmittelkonzernen.

Ein Kurssturz an der Schanghaier Börse hatte am Dienstag weltweit für Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt und zu den größten Verlusten seit 2001 geführt. US-Notenbankchef Ben Bernanke und der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichneten die panikartigen Verkäufe jedoch als unbegründet und sprachen von einer nicht grundlegenden Änderung des Markttrends.

Dennoch hielten sich Sorgen vor einem weiteren Kursrutsch - auch wegen der so genannten Carry Trades. Dabei leihen sich Anleger Geld in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen und legen die Mittel in Hochzinswährungen wie Euro oder Dollar an. Werden solche Positionen aufgelöst, führt dies automatisch zum Abfluss von Kapital aus dem Euro- und Dollar-Raum, was auch die Aktienmärkte trifft. Für Pessimismus sorgte zudem ein Index von Reuters und der Universität Michigan, wonach das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes im Februar überraschend deutlich gesunken war.

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