Marktbericht New York
US-Börsen schließen uneinheitlich

Die US-Börsen haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Belastet wurden die Märkte unter anderem durch ein Rekordhoch beim Ölpreis, das wieder Inflationsängste schürte. Die breiten Aktienindizes verbuchten leichte Verluste - daneben gab es allerdings auch Gewinner.

HB NEW YORK. Die Verluste hielten sich allerdings nach Äußerungen von US-Notenbankern zum Preisanstieg in Grenzen. Anleger interpretierten die Bemerkungen als Zeichen, dass die Wirtschaft doch stärker als zuletzt erwartet aufgestellt sein könnte. Der Preis für US-Leichtöl stieg zwischenzeitlich auf fast 127 Dollar je Fass, sank später jedoch wieder unter 126 Dollar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,34 Prozent tiefer bei 12 832 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12 780 und 12 891 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte unverändert bei 1403 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,27 Prozent auf 2495 Zähler zu. In Deutschland ging der Dax 0,3 Prozent höher mit 7060 Punkten aus dem Handel.

Die US-Notenbank Federal Reserve muss sich nach Ansicht ihres Mitglieds Thomas Hoenig zunehmend auf die Kontrolle der Inflation konzentrieren. Die Fed habe den Märkten Liquidität zur Verfügung gestellt und die Dinge damit stabilisiert, sagte der Chef der Notenbank von Kansas. Die Herausforderung sei nun, die Inflation im Zaum zu halten. Auch US-Notenbank-Chef Ben Bernanke erklärte, die Liquiditätshilfen der Fed hätten den Finanzmärkten geholfen. Die Märkte seien aber nach wie vor noch weit von der Normalität entfernt, betonte er.

Finanzwerte führten die Liste der Verlierer an. Sie wurden zusätzlich dadurch belastet, dass Oppenheimer-Analystin Meredith Whitney die Papiere von Goldman Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley herabgestuft hatte. Whitney zufolge sind die Aussichten für die Investmentbanken düsterer als derzeit vom Markt bewertet.

Auch die Papiere des weltgrößten Computer-Hersteller HP verbuchten deutliche Verluste. Der Konzern will mit dem Kauf des Internet-Dienstleisters EDS IBM als Branchenprimus näher rücken. Anleger reagierten angesichts des hohen Kaufpreises aber skeptisch, die HP-Aktie verlor 5,3 Prozent.

Die Anteilsscheine von Wal-Mart verbilligten sich ebenfalls. Während der weltgrößte Einzelhändler im ersten Quartal dank Preissenkungen noch einen Gewinnanstieg verbuchte, enttäuschte der Konzern die Analysten mit einem verhaltenen Ausblick für das laufende Vierteljahr. Die Aktie verlor 2,4 Prozent.

Der Nasdaq-Index profitierte unter anderem von einem kräftigen Anstieg der Yahoo-Anteilsscheine. Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen erwägt der Investor Carl Icahn eine Kampagne gegen die Yahoo-Spitze, nachdem die Gespräche mit Microsoft gescheitert sind. Yahoo-Papiere verteuerten sich um 5,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,21 Mrd. Aktien den Besitzer. 1657 Werte legten zu, 1438 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Mrd. Aktien 1461 im Plus, 1359 im Minus und 162 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 29/32 auf 99-23/32. Sie rentierten mit 3,909 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 43/32 auf 96-0/32 und hatten eine Rendite von 4,623 Prozent.

HB NEW YORK. Die US-Börsen haben am Dienstag nach schwachen Einzelhandelsdaten sowie Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke uneinheitlich geschlossen. Während die Standardwerte-Indizes Verluste verzeichneten, ging es für Technologietitel leicht nach oben. Weder die Daten noch die Bernanke-Aussagen gäben den Anlegern Anreize für Aktienkäufe, sagten Händler. Auch der neue US-Ölpreisrekord sei ein Belastungsfaktor. Dagegen hätten positiv aufgenommene Nachrichten zu Yahoo! die Stimmung für Technologie-Aktien gestützt.

Der Dow Jones ging 0,34 Prozent tiefer bei 12 832,18 Zählern aus dem Handel. Der marktbreite S&P-500-Index schloss wenig verändert mit minus 0,04 Prozent bei 1 403,04 Punkten. Dagegen stieg an der Technologiebörse Nasdaq der Composite-Index um 0,27 Prozent auf 2 495,12 Zähler, und der Nasdaq 100 legte um 0,18 Prozent auf 2000,61 Punkte zu.

In den USA waren die Einzelhandelsumsätze im April etwas stärker als erwartet gesunken, die Einfuhrpreise aber überraschend deutlich gestiegen. Zudem hatte der oberste US-Währungshüter die Einschätzung geäußert, trotz einer Entspannung der Lage an den Finanzmärkten sei die Krise noch nicht vorüber.

Yahoo! gewannen 5,15 Prozent auf 26,56 Dollar und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Nasdaq 100. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, dem zufolge der US-Investor Carl Icahn bereits Ende vergangener Woche begonnen hat, einen signifikanten Anteil an dem Internetkonzern zu erwerben. Icahn wolle so auf das Unternehmen Einfluss nehmen, das jüngst eine Übernahmeofferte des Softwarekonzerns Microsoft als zu niedrig abgelehnt hatte. Der US-Investor soll bisher zu den Gerüchten nicht Stellung genommen haben.

Hewlett-Packard übernahmen indes mit Abschlägen von 5,28 Prozent auf 44,27 Dollar die rote Laterne im Dow Jones. Der US-Computerkonzern greift mit einer Großakquisition den Konkurrenten IBM an. Für insgesamt 13,9 Mrd. Dollar will HP den IT-Dienstleister EDS übernehmen. Der Preis erscheine den Anlegern offensichtlich zu hoch, hieß es von Händlern angesichts der Kursentwicklung. EDS bauten ihre Vortagsgewinne leicht aus und legten um 0,87 Prozent auf 24,34 Dollar zu. IBM-Titel schlossen mit plus 1,07 Prozent bei 126,58 Dollar.

Für Aktien des Büroartikel-Händlers Staples , der die Übernahme seines niederländischen Konkurrenten Corporate Express plant, ging es um 2,19 Prozent auf 22,44 Dollar hoch. Nachdem Staples vor drei Monaten mit einer Offerte von 10,63 Dollar je Aktie gescheitert war, wollen die Amerikaner nun 12,53 Dollar bieten. Zunächst hatte es von Corporate Express geheißen, man werde das überarbeitete Angebot sorgfältig prüfen - am Abend lehnten die Niederländer die Offerte aber als immer noch zu niedrig ab.

Wal-Mart Stores verloren nach einem verhaltenen Ausblick und schwachen Einzelhandelsdaten 2,36 Prozent auf 56,65 Dollar. Zwar hatte der weltgrößte Einzelhändler in seinem ersten Geschäftsquartal dem schwierigen Marktumfeld in den USA getrotzt und dank Kosteneinsparungen sowie Discount-Preisen den Überschuss stärker als erwartet gesteigert. Doch für das zweite Quartal visiert Wal-Mart beim Gewinn je Aktie 0,78 bis 0,81 Dollar an und ist damit zögerlicher als die meisten Wall-Street-Experten, die im Schnitt mit 0,81 Dollar rechnen. Zudem sind laut aktuellen Daten die Einzelhandelsumsätze im April in den USA etwas stärker als erwartet gesunken.

Für Bank of America ging es um 2,22 Prozent auf 36,61 Dollar bergab. Die zweitgrößte US-Bank erwartet für ihr heimisches Aktienportfolio Verluste, sieht sich aber bei der geplanten Übernahme der Hypothekenfirma Countrywide Financial auf einem guten Weg. Auch andere Bankenwerte verzeichneten Verluste.

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