Marktbericht New York
US-Börsen unter Druck

Die US-Aktien haben am Donnerstag nach der Veröffentlichung neuer Arbeitsmarktdaten den Rückwärtsgang eingelegt. Zinsängste sowie steigende Ölpreise haben die Stimmung an der Wall Street belastet.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,42 Prozent schwächer bei 11 270 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte er sich zwischen 11 237 und 11 317 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,26 Prozent auf 1301 Stellen nach. Die Technologiebörse Nasdaq notierte 0,14 Prozent schwächer bei 2300 Punkten.

Dem Regierungsbericht zum Arbeitsmarkt zufolge beantragten weniger Arbeitslose als erwartet staatliche Hilfe, was einen relativ robusten Arbeitsmarkt vermuten ließ. Zusammen mit einem neuen Bericht über eine überraschend gute Lage am Häusermarkt nährte dies bei Investoren die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen der Notenbank Fed und belastete die Aktien. Technologiewerte kamen den zweiten Tag in Folge unter Druck, nachdem die Software-Firma Adobe mit einer Gewinn- und Umsatzwarnung für das laufende Quartal die Anleger enttäuscht hatte.

"Die bisherigen Nachrichten des Tages stützen diejenigen, die nicht mit einem Ende der Zinserhöhungen durch die Fed rechnen", sagte Al Goldman von A.G. Edwards. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 18. März lag mit 302 000 unter der von Volkswirten erwarteten Zahl. Ein robuster Arbeitsmarkt legt eine gute Wirtschaftskonjunktur und damit auch eine höhere Inflationsgefahr nahe. Die Wall Street rechnet damit, dass die Fed bei ihrer Sitzung am Dienstag den Leitzins auf 4,75 von derzeit 4,5 Prozent erhöhen wird, um einer drohenden Inflation entgegenzuwirken. Angesichts der jüngsten Arbeitsmarktdaten befürchten Marktteilnehmer nun aber offenbar, dass dies nicht die letzte Zinserhöhung sein könnte.

Die Aktien von Adobe gaben nach dem enttäuschenden Ausblick vom Mittwochabend um rund 0,8 Prozent auf 36,33 Dollar nach. Zudem stufte RBC Capital Markets sein Rating für die Software-Firma herab. Die Warnung von Adobe bedeutete erneut schlechte Nachrichten für den Technologie-Sektor, nachdem der Branchenführer Microsoft zuletzt die Einführung seines neuen Betriebssystems Windows Vista für den breiten Markt überraschend erneut verschoben hatte. Microsoft-Aktien verloren weitere 1,1 Prozent auf 26,85 Dollar.

Dagegen stiegen die Anteilsscheine von Hausbau-Unternehmen, nachdem ein Branchenbericht einen überraschenden Anstieg beim Weiterverkauf von Eigenheimen im Februar gezeigt hatte. Die Aktien von KB Home gewannen um fünf Prozent auf 67,82 Dollar, die von M/I Homes legten rund 3,9 Prozent auf 47,52 Dollar zu.

Der Preis für US-Leichtöl zur Lieferung im Mai stieg im späten Handel um mehr als zwei Dollar auf fast 64 Dollar je Barrel (etwa 159 Liter). Nach der Verzögerung von Öl-Lieferungen aus Nigeria fürchteten Marktteilnehmer erneut Engpässe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,46 Mrd. Aktien den Besitzer. 1595 Werte legten zu, 1691 gaben nach und 169 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,99 Mrd. Aktien 1603 im Plus, 1414 im Minus und 150 unverändert. An den US-Kreditmärkten gaben im späten Handel die zehnjährigen Staatsanleihen um 08/32 auf 98-04/32 nach. Sie rentierten mit 4,739 Prozent. Die 30-jährigen Bonds rutschten um 14/32 auf 95-31/32 und hatten eine Rendite von 4,753 Prozent.

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