Marktbericht New York
US-Kursverluste nach schwachen Konjunkturdaten

Überraschend schwache Konjunkturdaten und enttäuschende Unternehmenszahlen haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag ins Minus gedrückt. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia fiel im Juli unerwartet deutlich auf den niedrigsten Stand seit einem halben Jahr.

HB NEW YORK. Zudem bereitete ein Gewinneinbruch beim weltgrößten Chiphersteller Intel Anlegern Sorgen über die künftige Entwicklung im Technologie-Sektor. Die Bekanntgabe der Details der Fed-Zinssitzung von Ende Juni verstärkte die negative Stimmung. Die US-Notenbank hatte darin eine zinspolitisch eine unsichere Haltung erkennen lassen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,76 Prozent leichter bei 10 928 Punkten knapp über tagestief. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 10 924 und 11 037 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,85 Prozent auf 1249 Punkte nach. Der Technologie-Index Nasdaq-Composite verlor 1,98 Prozent auf 2039 Stellen.

„Im Zusammenhang mit den gestrigen Äußerungen Bernankes ist das Sitzungsprotokoll keine große Sache“, sagte Michael Panzner von Collins Stewart. Die US-Notenbank hatte darin erklärt, vor künftigen geldpolitischen Entscheidungen weitere Konjunkturdaten abwarten zu wollen. Bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress am Mittwoch und Donnerstag nährte Fed-Chef Ben Bernanke bei Anlegern dagegen Hoffnungen auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus in den USA. Demnach erwartet der Fed-Chef eine Abschwächung der Inflation, was auch steigende Löhne nicht verhinderten. Eher beunruhigte Börsenexperten dagegen der Rückgang des Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia auf 6,0 Punkte von 13,1 Zählern im Juni. „Sollten weitere Daten diese Entwicklung bestätigen, wäre dies wahrscheinlich kein gutes Umfeld für die Preisentwicklung am Aktienmarkt“, sagte Michael Sheldon von Spencer Clarke.

Technologie-Titel wurden von den Intel-Quartalszahlen belastet. Der weltgrößte Chiphersteller hatte am Mittwoch nach Börsenschluss für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von mehr als 50 Prozent ausgewiesen hatte. Mit der Umsatzprognose für das laufende Quartal blieb der US-Konzern zudem unter den Erwartungen. Die Intel-Anteilsscheine sackten um 7,5 Prozent auf 17,10 Dollar ab.

Die Verluste im Nasdaq konnte auch das deutliche Plus beim Börsen-Schwergewicht Apple nicht wettmachen. Der Computerkonzern hatte dank einer rasanten Nachfrage nach dem Musikspieler iPod und Computern einen um fast 50 Prozent höheren Quartalsgewinn ausgewiesen. Apple-Aktien schnellten um knapp zwölf Prozent auf 60,50 Dollar nach oben.

Den Dow belasteten auch negative Nachrichten für den US-Baumaschinenhersteller Caterpillar. Dessen Papiere fielen um 2,87 Prozent auf 69,08 Dollar, nachdem der Kohle-Gigant Peabody Energy für das dritte Quartal einen pessimistischen Ausblick präsentiert hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,69 Mrd. Aktien den Besitzer. 1060 Werte legten zu, 2261 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,09 Mrd. Aktien 753 im Plus, 2245 im Minus und 122 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 05/32 auf 100-22/32. Sie rentierten mit 5,032 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 08/32 auf 91-04/32 und hatten eine Rendite von 5,083 Prozent.

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