Marktbericht: New York
Wall Street baut Gewinne zum Handelsende aus

Erst trieben Technologie-, dann Finanzwerte: Die US-Börsen haben am Dienstag deutlich fester geschlossen. Finanzminister Timothy Geithner äußerte sich vorsichtig optimistisch zum Zustand der meisten US-Banken – und sorgte damit für gute Stimmung.

HB NEW YORK. Getrieben von Finanzwerten haben die US-Börsen am Dienstag deutlich fester geschlossen. Finanzminister Timothy Geithner äußerte sich vorsichtig optimistisch zum Zustand der meisten US-Banken und sorgte damit auf dem Parkett für gute Stimmung. Der Mischkonzern United Technologies übertraf die Markterwartungen und wurde dafür an der Börse belohnt. Dagegen musste der Pharmariese Merck & Co nach enttäuschenden Ergebnissen kräftig Federn lassen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 7 969 Zählern. Im Verlauf war er zwischen 7 791 und 7 979 Stellen gependelt. Er Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 2,1 Prozent auf 850 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 2,2 Prozent auf 1 643 Zähler zu.

„Einige ziemlich konstruktive Äußerungen aus Washington helfen den Finanzwerten, wieder auf die richtige Spur zu kommen“, sagte Craig Peckham von Jefferies & Company. Finanzminister Geithner hatte gesagt, die große Mehrheit der US-Banken sei ausreichend mit Kapital ausgestattet. Noch am Vortag hatten Bedenken über den Ausgang des sogenannten „Stresstests“ der US-Regierung auf den Finanzwerten gelastet. Mit dem Test soll der Kapitalbedarf der Banken unter sich noch verschlechternden wirtschaftlichen Umständen geprüft werden. Die US-Regierung will die Ergebnisse am 4. Mai veröffentlichen.

Bei den Bankenwerten gehörten die Aktien von JPMorgan zu den größten Gewinnern: Sie stiegen um 9,6 Prozent auf 32,53 Dollar.

Die Wirtschaftskrise verdarb dem Mischkonzern United Technologies zwar das Geschäft mit seinen Fahrstühlen, Flugzeugtriebwerken und Klimaanlagen, so dass der Quartalsgewinn um 28 Prozent einbrach. Doch damit hielt sich der Konzern noch besser als erwartet. Die Papiere legten 4,8 Prozent auf 47,99 Dollar zu und halfen so dem Dow auf die Sprünge.

Im Blick der Anleger waren auch die Übernahmeavancen von Broadcom bei Emulex. Während Broadcom-Aktien 5,9 Prozent abrutschten, schossen Emulex-Papiere fast 47 Prozent in die Höhe und kosteten damit 9,70 Dollar.

Der US-Chemiekonzern Dupont verbuchte zu Jahresanfang einen Gewinneinbruch und hat seinen Ausblick für 2009 gesenkt. Die Anleger freuten sich aber über die Pläne zum Kostensparen und griffen zu: Die Anteilsscheine verteuerten sich um knapp fünf Prozent auf 28,06 Dollar.

Auf den Einkaufszetteln der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von General Motors, die 2,4 Prozent zulegten. Einem unabhängigen Gutachten zum Rettungsfonds des Finanzministeriums zufolge will die Regierung von Präsident Barack Obama dem angeschlagenen Autobauer mit bis zu fünf Mrd. Dollar den Mai hindurch unter die Arme greifen. GM-Papiere verteuerten sich auf 1,70 Dollar.

Die Papiere von Merck & Co sanken dagegen um 6,6 Prozent. Der US-Pharmariese reduzierte seine Gewinnprognose für das laufende Jahr. Die Aktien des Rivalen Schering-Plough , den Merck für gut 41 Mrd. Dollar schlucken will, gaben gut vier Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,7 Mrd. Aktien den Besitzer. 2 409 Werte legten zu, 634 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,4 Mrd. Aktien 2 021 Titel im Plus, 671 im Minus und 116 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben im späten Handel auf 98-22/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 2,9043 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren auf 95-21/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 3,7419 Prozent.

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