Marktbericht New York
Wall Street schließt deutlich im Minus

Die US-Börsen haben den zweiten Tag in Folge Kursverluste verzeichnet. Händler begründeten dies mit gestiegener Furcht vor einer weiteren Zinserhöhung. Zudem hätten sich Anzeichen für eine zunehmendn Schwäche der Immobilienbranche negativ ausgewirkt. Unterstützung lieferte dagegen der Computerkonzern Apple und ein leichter Rückgang des Ölpreis.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Donnerstag 0,68 Prozent auf 11 331 Punkte nach. Im Verlauf war er zwischen 11 323 und 11 405 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,5 Prozent auf 1294 Stellen, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,6 Prozent auf 2155 Punkte.

Die Präsidentin der San Francisco Fed, Janet Yellen, schürte die Zinssorgen. In einer Rede über die US-Wirtschaft und die Geldpolitik sagte sie, die US-Notenbank sollte zu Zinsanhebungen neigen, bis der Inflationsdruck nachlasse. Zwar sei der Fed-Entscheid vom August vernünftig gewesen, vorerst nicht weiter an der Zinsschraube zu drehen. Die derzeitige Teuerung in den USA liege aber immer noch oberhalb dessen, was man als komfortabel bezeichnen könne. Yellen ist stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed und hat damit Einfluss auf die nächste Zinsentscheidung.

"Jeder hier hat die Fed im Hinterkopf, und die Möglichkeit höherer Zinsen verleitet einfach nicht zum Aktienkauf", beschrieb schon zuvor Chefhändler Giri Cherukuri von OakBrook Investments LLC den Verlauf des Handels. Daten der US-Regierung zu höheren Lohnkosten hatten bereits am Mittwoch die Furcht vor einer weiteren Zinserhöhung in den USA angeheizt. "Hinzu kommt, dass wir Hinweise haben, dass sich der Immobiliensektor schneller abschwächt als angenommen, und dass könnte bedeuten, dass die gesamte Wirtschaft diesen Weg einschlägt", sagte Cherukuri. So erklärte der Nationale Verband der Immobilienhändler, der Rückgang beim Absatz bestehender Eigenheime werde 2006 wohl größer sein als bislang erwartet.

Im Dow Jones gehörten der Flugzeugbauer Boeing und der Baumaschinenhersteller Caterpillar zu den größten Verlierern. Boeing-Titel fielen um 2,1 Prozent auf 72,87 Dollar. Caterpillar-Titel büßten zwei Prozent auf 67,76 Dollar ein.

Betriebsspionage-Fall belastet Hewlett-Packard

Ein Fall von Betriebsspionage belastete die Anteilsscheine des Computerherstellers Hewlett-Packard. Das kalifornische Justizministerium schaltete sich in die Affäre ein und stellte mehrere Vorladungen aus. Dabei geht es um unerlaubte Weitergabe von Firmeninterna und Datenspionage. HP-Aktien verloren 1,2 Prozent auf 35,42 Dollar.

Die Papiere des Konkurrenten Apple legten dagegen zu, nachdem die Investmentbank UBS ihr Kursziel für die Titel angehoben hatte. Zudem setzten die Anleger darauf, dass Apple schon bald einen Dienst anbieten werde, mit dem Internetnutzer Spielfilme herunterladen können. Apple-Aktien gewannen knapp vier Prozent auf 72,80 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,47 Mrd. Aktien den Besitzer. 1103 Werte legten zu, 2219 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Mrd. Aktien 1065 im Plus, 1916 im Minus und 164 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 02/32 auf 100-21/32. Sie rentierten mit 4,789 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 06/32 auf 93-08/32 und hatten eine Rendite von 4,936 Prozent.

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