Marktbericht New York
Wall Street schließt deutlich im Plus

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag deutliche Kursgewinne verbucht. Sie profitierten vom überraschend geringen Anstieg der US-Erzeugerpreise, der die Hoffnung der Anleger stärkte, die Fed werde zunächst keine weiteren Zinserhöhungen beschließen. Die Index der Nasdaq schoss wegen eines großen Kursplus' von Dell gut zwei Prozent in die Höhe.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um 1,2 Prozent auf 11 230 Zähler zu. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,4 Prozent auf 1 286 Stellen. Der Nasdaq-Index zog um 2,2 Prozent auf 2 115 Punkte an.

Der Index der US-Erzeugerpreise, der die Großhandelspreise misst, stieg im Juli um nur 0,1 Prozent und blieb damit hinter der Erwartung von Reuters befragter Experten zurück, die im Schnitt bei 0,4 Prozent lag. Der Kernindex der Erzeugerpreise, der Lebensmittel und Energie ausklammert, fiel um 0,3 Prozent und lag damit ebenfalls unter dem erwarteten Anstieg von 0,2 Prozent.

Auf Grund der Daten hätten sich die Erwartungen an die künftige Zinspolitik der Fed umgekehrt, sagte Warren West von Greentree Brokerage Services. Hätten die Anleger in der vergangenen Woche noch weitere Zinssteigerungen erwartet, so sei dies nun unwahrscheinlicher geworden.

"Die Investoren suchen immer nach guten Nachrichten", sagte Richard Sichel von der Bank Philadelphia Trust. "Wenn sich die Zinssätze tatsächlich stabilisieren oder wenn die Rede davon ist, dass sie in sechs Monaten gesenkt werden könnten, ist das ein Plus für den Aktienmarkt", erklärte Sichel.

Zu den Gewinnern im Dow Jones und dem S&P gehörten Banken und andere Finanzdienstleister, deren Aktien besonders empfindlich auf die Zinsentwicklung reagieren. Das Papier der JPMorgan Chase legte 2,6 Prozent auf 45,04 Dollar zu. Die Citigroup-Aktie gewann 1,5 Prozent auf 48,41 Dollar.

Ein unerwartet hoher Quartalsgewinn der weltgrößten Heimwerkermarkt-Kette Home Depot beflügelte die Werte von Einzelhandelsunternehmen. Die Home-Depot-Aktie gewann 3,6 Prozent auf 34,44 Dollar. Der S&P-Einzelhandelsindex zog in der Folge um 2,2 Prozent an.

Die Dell-Aktie, die innerhalb des vergangenen Jahres fast die Hälfte eingebüßt hatte, gewann 3,95 Prozent auf 22,08 Dollar. Der Marktführer der PC-Branche hatte am Vorabend bekannt gegeben, dass der Rückruf von 4,1 Millionen Laptop-Akkus keine wesentlichen Auswirkungen auf seine Geschäftsentwicklung haben werde.

Neben den Auswirkungen dieser Nachricht profitierte der Nasdaq auch von den Zahlen zur Erzeugerpreisentwicklung. Technologie gehöre als zyklische Branche zu den Nutznießern der damit wahrscheinlicher gewordenen zurückhaltenden Zinspolitik der Fed, sagte Portfolio-Manager David Sowerby vom Anlageunternehmen Loomis Sayles.

Unter den Verlierern an den US-Börsen war Wal-Mart. Der Einzelhandelsriese hatte vor Börseneröffnung mitgeteilt, dass er wegen seines Rückzugs aus Deutschland im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal erstmals seit mehr als zehn Jahren weniger verdiente als zuvor. Seine Aktie schloss daraufhin 1,0 Prozent im Minus bei 44,55 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,51 Milliarden Aktien den Besitzer. 2 851 Werte legten zu, 526 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 2 287 im Plus, 744 im Minus und 118 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 17/32 auf 99-17/32. Sie rentierten mit 4,933 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 30/32 auf 91-19/32 und hatten eine Rendite von 5,051 Prozent.

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