Marktbericht New York
Zinsängste drücken Wall Street ins Minus

Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen hat den New Yorker Aktienmärkten am Dienstag Verluste beschert. Die Fed hatte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,75 Prozent angehoben und weitere Erhöhungen nicht ausgeschlossen. Zu Verlierern zählten vor allem Banktitel, während die Aktien von Energiekonzerne wegen eines gestiegenen Ölpreises zulegten.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,85 Prozent schwächer bei 11 154 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 11 145 und 11 281 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,64 Prozent auf 1 293 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 0,48 Prozent auf 2 304 Punkte. Vor der mit Spannung erwarteten Fed-Entscheidung hatten die drei Indizes noch Gewinne verzeichnet.

Mit ihrer Mitteilung hob die Fed den Zinssatz auf das höchste Niveau seit April 2001 an. Eine weitere Straffung der Geldpolitik dürfte nötig sein, hieß es in der Erklärung der US-Notenbank. Damit bekräftigte sie frühere Formulierungen, was für viele Experten überraschend kam. Einige Analysten hatten erwartet, dass die US-Notenbank ein allmähliches Ende des im Juni 2004 eingeschlagenen Zinserhöhungskurses signalisieren werde.

Eine weitere Zinserhöhung sei nun sehr wahrscheinlich, sagte Robert MacIntosh Eaton Vance Management in Boston. "Das tut den Aktienkursen nicht gut." Höhere Zinsen schmälern in der Regel die Gewinne von Unternehmen und dämpfen die Kauflust von Verbrauchern. Zudem verlieren bei steigenden Zinsen Aktien im Vergleich zu Anleihen generell als Anlageform an Attraktivität.

Nach dem Zinsentscheid gerieten vor allem Bankentitel unter Druck: Die Aktien von JPMorgan Chase verloren um 1,31 Prozent auf 41,56 Dollar, die von Bank of America gaben um 1,62 Prozent auf 46,06 Dollar nach. Die Anteilsscheine von Wells Fargo rutschten um 1,34 Prozent auf 64,06 Dollar. Zu den Verlierern zählte auch der Pharmakonzern Eli Lilly, dessen Aktien um 3,9 Prozent auf 56,38 Dollar fielen. Zwei Ratingagenturen hatten zuvor ihre Beurteilung für das Unternehmen herabgestuft.

Dagegen legten die Titel von Ölfirmen zu, nachdem der Preis für US-Leichtöl zeitweise um mehr als 1,90 Dollar auf über 66 Dollar je Barrel (etwa 159 Liter) angestiegen war. Händler befürchteten Lieferengpässe in Nigeria, Irak und Iran. Die Aktien des Ölkonzerns ConocoPhillips kletterten um rund ein Prozent auf 63,75 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,56 Milliarden Aktien den Besitzer. 1 166 Werte legten zu, 2 152 gaben nach und 172 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,02 Milliarden Aktien 1 199 im Plus, 1 843 im Minus und 135 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen im späten Handel die zehnjährigen Staatsanleihen um 19/32 auf 97-24/32. Sie rentierten mit 4,786 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 33/32 auf 95-09/32 und hatten eine Rendite von 4,799 Prozent.

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