Marktbericht Österreich
Einbruch auch an Wiener Börse

Die Wiener Börse hat ihre Talfahrt angesichts der sich zuspitzenden Finanzkrise am Dienstag fortgesetzt. Der ATX fiel um 3,82 Prozent auf 3 077,51 Einheiten. Im Tagesverlauf hat der Index zeitweise mehr als sechs Prozent verloren und ist erstmals seit Juli 2007 unter die Marke von 3 000 Punkten gefallen.

HB WIEN. Mit seiner heutigen Entwicklung lag der Index rund 82 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 3 160 Punkten.

Nachdem am Montag die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers die Börsen geschockt hatte, schürten am Dienstag die Probleme des US-Versicherungsriesen American International Group (AIG) neue Ängste vor der US-Finanzkrise. Der Wiener Markt fiel vor diesem Hintergrund im Verlauf auf neue Dreijahrestiefs. Auch an anderen Börsen ging es kräftig nach unten.

Die drei großen Ratingagenturen Fitch, Moody"s und S & P hatten ihre Bonitätsratings für die AIG in der Nacht auf Dienstag gesenkt. Damit mehrten sich die Sorgen um einen drohenden Kollaps eines weiteren Finanzriesen und damit eines möglichen Dominoeffekts für die Weltfinanzmärkte.

Die in Geldnöten steckende Versicherung büßte in Folge an der Wall Street zeitweise 70 Prozent ein. Nach Medienberichten über mögliche Rettungsaktionen der US-Regierung für AIG reduzierte die Aktie ihr Minus am späten Nachmittag auf unter 20 Prozent. Der Dow Jones drehte zeitweise sogar knapp ins Plus. Auch die europäischen Börsen konnten ihre Verluste im Späthandel wieder etwas eingrenzen. Mit Spannung erwartet wird nun die am Dienstagabend angesetzte Zinsentscheidung der US-Notenbank, an den Märkten wird teilweise mit einer Zinssenkung zur Stimulierung der Märkte gerechnet.

Belastet wurde der Wiener Index vor allem von den deutlichen Verlusten bei OMV und Raiffeisen International. OMV schlossen mit einem Minus von 9,15 Prozent bei 34,55 Euro. Der Ölpreis war angesichts von Ängsten vor einer Konjunkturschwäche und damit sinkender Ölnachfrage zuletzt deutlich gefallen. Futures auf die Referenz-Ölsorte Brent notierten erstmals seit Jänner unter der Marke von 90 Dollar je Barrel. Der RCB-Analyst Bernd Maurer sieht allerdings nicht den Ölpreis als treibenden Faktor der Kursverluste. "Es wird derzeit einfach alles verkauft", so Maurer.

Raiffeisen International fielen um 8,41 Prozent auf 62,10 Euro . Analysten zufolge wurden die Verluste vor allem von den US-Vorgaben getrieben, über unternehmensspezifische Probleme sei bis dato nichts bekannt. Europaweit fanden sich Bankwerte angesichts der Finanzkrise unter den größten Verlierern.

Unter den weiteren ATX-Schwergewichten verloren Telekom Austria 3,98 Prozent auf 13,50 Euro . Voestalpine fielen um 5,48 Prozent auf 26,23 Euro . Erste Group konnten sich hingegen nach anfänglichen Verlusten bis Handelsschluss knapp ins Plus vorkämpfen und gewannen 0,27 Prozent auf 37,07 Euro.

Schwach zeigten sich am Dienstag auch viele Immobilienwerte. CA Immo International büßten 10,77 Prozent auf 5,80 Euro ein und waren damit Tagesverlierer im prime market. Verluste von mehr als sieben Prozent gab es auch für Immofinanz und Immoeast. Verhältnismäßig glimpflich fiel im Vergleich mit anderen Finanzwerten das Minus bei den Versicherern aus. Vienna Insurance fielen um 2,25 Prozent auf 35,67 Euro . Uniqa verloren 2,14 Prozent auf 17,80 Euro.

Gegen den Trend gesucht waren Wienerberger und stiegen um 4,16 Prozent auf 18,28 Euro. Palfinger gewannen 6,46 Prozent auf 14,01 Euro. Aktienhändler zeigten sich überrascht über das Plus, ein fundamentaler Hintergrund war im Handel nicht bekannt.

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