Marktbericht Osteuropa
Gewinne in Prag - Warschau mit Verlusten

Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Während in Ungarn und Tschechien Gewinne verzeichnet wurden, gab die Börse in Polen nach. Hier belastete vor allem, dass die Regierung Aktienpakete an Versorgern verkaufen will, um ihr Budget aufzubessern.

HB WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. In Budapest stieg der Leitindex Bux nach positiven heimischen Konjunkturdaten um 0,65 Prozent auf 23 536,46 Zähler. Der Umsatz betrug 13,4 (Vortag: 24,2) Mrd. Forint. Zahlen aus der ungarischen Industrie sorgten laut Händlern für Optimismus. Die heimische Industrie wuchs im August deutlich stärker, als von Analysten erwartet worden war. Unter den Einzelwerten rückten die Pharmatitel von Richter Gedeon in den Fokus. Das Unternehmen gab bekannt, die Schweizer Preglem Holding mit einem Kaufpreis von 445 Mill. Schweizer Franken übernommen zu haben. Preglem ist auf biopharmazeutische Produkte für Frauen spezialisiert. Richter Gedeon kletterten um 3,98 Prozent auf 48 850 Forint.

Auch die anderen Indexschwergewichte schlossen mehrheitlich in der Gewinnzone: Magyar Telekom verbuchten einen Aufschlag von 0,45 Prozent auf 663 Forint und OTP Bank gewannen 0,18 Prozent auf 5 440 Forint. Für Magyar Olay es Gazipari (Mol) ging es allerdings um 0,81 Prozent auf 21 175 Forint nach unten.

In Prag gewann der Leitindex PX 0,23 Prozent auf 1 145,7 Punkte. Das Handelsvolumen belief sich auf 1,38 (Vortag: 1,93) Mrd. Kronen. Der Leitindex wurde von den schwergewichtigen Bankenwerten der Erste Group Bank in die Gewinnzone gehoben. Während die Titel der Komercni Banka um 0,36 Prozent auf 3 929 Kronen nachgaben, kletterten Erste Group um 1,77 Prozent auf 758,50 Kronen. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar durch die Citigroup, die Kursziel und Anlageempfehlung angehoben hat.

Die Aktien von New World Resources (NWR) sanken um 1,74 Prozent auf 214,20 Kronen. Am Mittwoch waren sie nach einem Übernahmeangebot für den polnischen Mitbewerber Lubelski Wegiel Bogdanka noch die Indexspitzenreiter im PX gewesen. Die Aktionäre von Bogdanka zeigten sich an diesem Tag nun aber mit dem Angebot alles andere als zufrieden. Manager des polnischen Pensionsfonds Aviva, der 14,7 Prozent an Bogdanka hält, kommentierten, dass sowohl Wert als auch Aktienkurs des Unternehmens signifikant über dem NWR-Angebot liege.

In Warschau sank der Leitindex WIG-20 hingegen um 1,41 Prozent auf 2 626,43 Punkte. Der breiter gefasste Wig-Index schloss mit einem Minus von 1,14 Prozent bei 45 455,05 Einheiten. Das Volumen belief sich auf 2,44 (Vortag: 2,01) Mrd. Zloty.

In den Fokus rückten vor allem Versorgeraktien: Die Regierung will bis zu 187 Mill. Aktien oder zehn Prozent des Grundkapitals des größten heimischen Versorgers PGE veräußern, um damit ihr Budget zu sanieren, hieß es. Die Aktie rutschte um vier Prozent auf 21,60 Zloty ab. Zudem hat das polnische Finanzministerium vier Angebote für den 51-prozentigen Anteil am Versorger Enea erhalten. Die Regierung will nun mit zwei der Bietenden intensivere Gespräche aufnehmen, hieß es aus Kreisen. Die Aktien des drittgrößten Versorgers des Landes legten um 0,7 Prozent auf 22,20 Zloty zu.

Die Papiere des Telekommunikationskonzerns Telekomunikacja Polska büßten ebenfalls vier Prozent auf 17,50 Zloty ein. Händler verwiesen auf einen negativen Analystenkommentar. Die Wertpapierexperten von Wood & Company haben die Aktie von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das neue Kursziel bei 15,40 Zloty je Aktie festgelegt.

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