Marktbericht Osteuropa
Internationales Umfeld belastet Börsen

Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes sind am Dienstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Marktteilnehmer verwiesen auf ein verhaltenes internationales Umfeld als Belastungsfaktor.
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Warschau/Prag/BudapestIn Prag verlor der PX 1,09 Prozent auf 1.230,60 Punkte. Mit der Bekanntgabe von Stresstest-Ergebnissen rückten die Banken in den Blickpunkt. Der tschechische Banken-Sektor bleibt stabil und würde auch eine sehr ungünstige Entwicklung überstehen, bei der die Wirtschaft unerwartet erneut in die Rezession käme. Dies geht aus den jüngsten Stress-Tests der Geldinstitute in Tschechien hervor, deren Ergebnisse die Tschechische Nationalbank (CNB) veröffentlicht hat. Einer der Gründe dieser Stabilität sei die hohe Kernkapitalquote, die weit über der gesetzlichen Mindestgrenze von acht Prozent liege. Ende November 2010 habe sie beispielsweise 15,4 Prozent ausgemacht, hieß es.

Die CNB warnte aber gleichzeitig, dass die Kapitalkernquote des Banken-Sektors in "gefährliche Nähe" zur achtprozentigen Minimum-Grenze geraten würde, falls die Banken beim Szenario "unerwartete Rezession" in Erwartung einer günstigen Entwicklung ihre Kapital-Polster durch die Auszahlung von hohen Dividenden im ersten Halbjahr 2011 schwächen würden.

Die Papiere der Komercni Banka schlossen 0,47 Prozent höher bei 4.270 Tschechischen Kronen. Die Titel des Schwergewichtes der österreichischen Erste Group verzeichneten hingegen ein deutliches Minus von 2,86 Prozent auf 911,00 Kronen.

Nach einer Abstufung schlossen Telefonica O2 mit minus 0,25 Prozent auf 399,0 Kronen. Die Papiere des führenden tschechischen Telekomunternehmens waren von den Analysten von Nomura von "neutral" auf "reduce" gesenkt worden.

In Budapest sackte der Bux um 1,81 Prozent auf 22.737,16 Zähler ab.

Die Pläne Ungarns zur langfristigen Sanierung der Staatsfinanzen sind am Finanzmarkt auf Skepsis gestoßen. Die Regierung kündigte am Dienstag in Budapest unter anderem an, die Neuverschuldung kommendes Jahr auf 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung drücken zu wollen. Volkswirte bemängelten allerdings umgehend, die Pläne seien nicht detailliert genug und das Erreichen der Ziele deshalb sehr ungewiss.

"Die fehlende Transparenz dieser Ankündigung ist nicht gerade ein gutes Vorzeichen für die Umsetzung", sagte Neil Shearing von Capital Economics. Matyas Kovacs von der Raiffeisen Bank sagte, die Investoren seien außerdem enttäuscht darüber, dass die umstrittene Bankensteuer 2012 in Kraft bleiben solle und die Unternehmenssteuern nicht gesenkt werden sollen.

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