Marktbericht Osteuropa
Verluste in Prag, Warschau und Budapest

Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes haben am Freitag mit Verlusten geschlossen. Die polnische Börse verbuchte das größte Minus, das geringste wurde in Tschechien eingefahren. Besonders Finanztitel standen im Fokus des Anleger.

HB WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. In Warschau sank der Leitindex WIG-20 um 0,66 Prozent auf 2 609,15 Punkte. Der breiter gefasste Wig-Index schloss mit einem Minus von 0,50 Prozent bei 45 227,66 Einheiten. Das Volumen belief sich auf 2,44 (Vortag: 2,44) Mrd. Zloty.

Die polnische Regierung hat am Freitag einen Anteil von zehn Prozent am größten Stromversorger des Landes PGE an Pensions- und Investmentfonds verkauft. Nach nicht bestätigten Medieninformationen nahm der Staat dadurch 3,98 Mrd. Zloty (rund 1 Mrd. Euro) ein. Vom Angebot des Staates an die institutionellen Anleger erfuhr die Öffentlichkeit erst an diesem Morgen. Noch im September hatte das Schatzministerium angegeben, die Teilprivatisierung sei erst für 2011 geplant. Der Preis für die 187 Mill. Aktien lag nach Informationen der Zeitungen "Gazeta Wyborcza" und "Rzeczpospolita" bei 21,3 Zloty. Im September hatte das Schatzministerium für eine Privatisierung einen Mindestpreis von 23 Zloty pro Aktie anvisiert. Die PGE-Titel schlossen mit minus 1,34 Prozent auf 21,31 Zloty.

Nach neuen Analystenmeinungen standen die zwei Finanztitel Bank Pekao und PKO Bank im Blick. Bank Pekao gingen unverändert auf 178 Zloty aus dem Börsentag, nachdem die Experten von Merrill Lynch die Titel von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft hatten. Morgan Stanley hingegen revidierten ihr Anlagevotum für PKO von "Equal-weight" auf "Overweight", was den PKO-Titeln ein Minus von 1,30 Prozent auf 44,70 Zloty eintrug.

In Budapest sank der Leitindex Bux um 0,51 Prozent auf 23 416,53 Zähler. Der Umsatz betrug 17,42 (Vortag: 13,40) Mrd. Forint. Mit verschiedenen Vorzeichen verabschiedeten sich die Bankenwerte in das Wochenende. FHB Land Credit & Mortgage Bank verbuchten ein kleines Kursplus von 0,16 Prozent auf 1 180 Forint. OTP Bank schlossen hingegen mit minus 0,73 Prozent auf 5 400 Forint. Die Analysten von Morgan Stanley hatten ihr Kursziel für die OTP-Papiere um sieben Prozent auf 5 300 Forint gesenkt. Unter den Schwergewichten büßten zudem die Papiere von Magyar Olay es Gazipari (Mol) 0,82 Prozent auf 21 000 Forint ein.

In Prag verlor der Leitindex PX 0,36 Prozent auf 1 141,60 Einheiten. Das Handelsvolumen belief sich auf 0,79 (Vortag: 1,38) Mrd. Kronen und blieb damit zum Wochenschluss recht dünn. In Tschechien wurden solide Konjunkturdaten bekanntgegeben. Die Industrieproduktion zog im August zweistellig um 12,9 Prozent, nachdem Volkswirte lediglich ein Plus von 8,0 Prozent erwartet hatten. Die Einzelhandelsumsätze stiegen hingegen im Rahmen der Erwartungen um 2,8 Prozent.

Unter den Einzelwerten standen zum Wochenausklang die Energietitel im Blick. Die tschechische Regierung beabsichtigt den Anstieg der Energiepreise im kommenden Jahr auf ein einstelliges Plus einzubremsen. Laut Einschätzung der Analysten von KBC haben niedrigere Energiepreise für die Ertragslage von Ceske Energeticke Zavody (CEZ) aber nur wenig Einfluss, da das Unternehmen etwa 90 Prozent der geplanten Produktion im Jahr 2011 preislich abgesichert hat. Das Kohleunternehmen NWR könnte laut KBC hingegen von niedrigeren Energiepreisen profitieren, da bei NWR die Energiekosten etwa zehn Prozent der operativen Ausgaben ausmachen. CEZ-Papiere schlossen mit einem Abschlag von 0,90 Prozent auf 818,10 Kronen, während NWR um 1,17 Prozent auf 216,70 Kronen stiegen.

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