Marktbericht
Osteuropas Börsen ohne klare Linie

Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes haben am Mittwoch erneut uneinheitlich geschlossen. Verlusten an den Börsen in Budapest und Warschau standen wieder leichte Zuwächse in Prag gegenüber.

HB WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Der Leitindex BUX rutschte in Budapest um 1,98 Prozent auf 14 475,74 Punkte. Markante Rückgänge an den internationalen Märkte hätten auch den Handel in belastet, hieß es. Der Msci World Index tendierte bereits den fünften Handelstag in Folge im Minus. Die Stimmung werde von Sorgen dominiert, dass die anstehenden Zweitquartalsergebnisse zeigen könnten, dass die stärkste Rezession seit dem 2. Weltkrieg noch lange nicht vorüber sei.

Beim Blick auf Einzelwerte rückten die Pharmatitel in den Fokus. Die Pharmaausgaben der ungarischen Bevölkerung werden im laufenden Jahr nicht über dem Regierungsziel von 343 Mrd. Forint liegen, wurde von offizieller Seite bekanntgegeben. Die Analysten von KBC-Securities bewerteten die Nachrichten für Richter Gedeon und Egis dennoch leicht positiv. Begründet wurde die Einschätzung damit, dass die zwei Pharmaunternehmen nicht eine mögliche Differenz zum staatlichen Unterstützungsbudget für Pharmakäufe der Konsumenten zum Teil begleichen müssen.

Die Egis-Papiere verabschiedeten sich mit einem Abschlag von 4,73 Prozent auf 17 600 Forint aus dem Handel. Richter sanken um 1,34 Prozent auf 33 100 Forint. In schwacher Verfassung zeigten sich im Bankenbereich auch Titel von OTP mit einem Kursrückgang im Ausmaß von 5,47 Prozent auf 3 194 Forint.

An der Warschauer Börse fiel der WIG-20 um 0,17 Prozent auf 1 807,39 Punkte. Der breiter gefasste WIG-Index büßte 0,32 Prozent ein auf 29 744,23 Zähler. Im Mittelpunkt des Handelsgeschehens standen die Entwicklungen bei der Bank PKO. Der Aufsichtsrat des halbstaatlichen polnischen Finanzinstuts hatte am Dienstagabend überraschend den Vorstandsvorsitzenden Jerzy Pruski und seinen Stellvertreter entlassen und damit für Aufregung in der Regierung gesorgt. Der polnische Staat hält 51 Prozent an der PKO BP, die gemessen an der Bilanzsumme die größte Bank des Landes ist.

Zu den Neuigkeiten meldeten sich auch Analysten zu Wort. Die Experten von Wood bewerteten die Neuigkeiten als "negativ" und stufen die Aktie weiterhin mit der Verkaufsempfehlung "Sell" ein. Die Wertpapierspezialisten von KBC Securities stuften die Nachrichten dagegen als "kursneutral" ein und versehen die Aktie weiter mit dem Anlagevotum "Hold". Die PKO-Titel gingen mit plus 0,48 Prozent auf 25,19 Zloty aus dem Handel.

Nach einer Kurszielanhebung durch Goldman Sachs gewannen Ceske Energeticke Zavody (CEZ) 3,1 Prozent auf 145 Zloty. Die Experten bekräftigten zudem ihre Kaufempfehlung "Buy". Die Titel von Grupa Lotos fielen um 2,5 Prozent auf 18,87 Zloty und litten damit nach Händleraussage unter gesunkenen Rohölpreisen. Debica verbilligten sich um 1,3 Prozent auf 54,3 Zloty. Ein Unternehmenssprecher der Tochter von Goodyear Tire & Rubber berichtete, dass der Vorjahresgewinne voraussichtlich nicht erreicht werden könne.

An der Prager Börse stemmte sich der Leitindex PX mit plus 0,19 Prozent gegen den Trend und ging bei 882,40 Punkten aus dem Handel. Insgesamt verlief das Börsengeschäft recht ruhig. Aus Tschechien gab es neue Konjunkturnachrichten. In Tschechien ist der Verkauf von neuen PKW und leichten Nutzwagen im ersten Halbjahr 2009 im Jahresvergleich um 12,4 Prozent auf 92 100 Fahrzeuge gesunken, teilte der tschechische Verband der Autoimporteure (SDA) mit. Der Rückgang sei auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen.

Unter den Einzelwerten gewannen die Aktien von AAA Auto Group 1,17 Prozent auf 8,67 Kronen. Im PX-Index musste lediglich Erste Group ein Minus von 0,86 Prozent auf 460,50 Kronen hinnehmen, alle anderen Indexvertreter zeigten höhere Kurse. Die Aktien des Schwergewichtes CEZ legten deutlich um fast vier Prozent auf 852,30 Kronen zu. Philip Morris und Telefonica C.R. gewannen jeweils etwas mehr als zwei Prozent.

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