Marktbericht Paris und London
Britische Börse legt zu

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. An den kontinentaleuropäischen Börsen hätten wieder einmal die neuen Rekordstände beim Öl belastet, die gegen Mittag erreicht worden waren, sagten Händler.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. An den kontinentaleuropäischen Börsen hätten wieder einmal die neuen Rekordstände beim Öl belastet, die gegen Mittag erreicht worden waren, sagten Händler. In London hingegen sorgten neue Übernahmespekulationen im Minensektor für Kauflaune. Kaum bewegt hat laut Börsianern jedoch die Meldung, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins wie erwartet auf 4,00 Prozent belassen hat.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 verlor 0,41 Prozent auf 3 855,86 Zähler. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, büßte 0,33 Prozent auf 3 275,63 Zähler ein. Der Euronext 100 fiel um 0,48 Prozent auf 899,41 Punkte. In Paris ging der CAC 40 um 0,39 Prozent auf 5 055,58 Punkte zurück. Der britische Ftse 100 stieg hingegen um 0,16 Prozent auf 6 270,80 Punkte.

Erneut legten zahlreiche Unternehmen ihre Quartalsbilanzen vor und banden damit die Aufmerksamkeit der Anleger. Aktien von Unilever gewannen an der Eurostoxx-Spitze 3,92 Prozent auf 22,02 Euro. Börsianer verwiesen insbesondere auf das gute Umsatz- und Gewinnwachstum. Die Titel von Unicredit verloren unterdessen im Mailand nach Zahlen 2,89 Prozent auf 4,80 Euro. Börsianern zufolge enttäuschte die italienische Großbank mit einer Kürzung ihrer Gewinnziele für das Gesamtjahr.

In London schossen die Titel von Kazakhmys mit einem Plus von 10,13 Prozent auf 1907,00 Pence an die Spitze des "Footsie". Händler begründeten den Kurssprung mit Gerüchten, wonach der kasachische Minenbetreiber Eurasian Natural Resources Corp (Enrc) für Kazakhmys bieten wolle. Ein Händler vermutet, dass die Regierung von Kasachstan, die 20 Prozent an Enrc halte, auf diesem Weg ein nationales Minenunternehmen aufbauen wolle. Angesichts der Übernahmespekulationen legten auch Titel der Wettbewerber zu. So verteuerten sich die Papiere von Lonmin um 6,10 Prozent auf 3 200,00 Pence und für die Aktien von BHP Billiton ging es um 2,94 Prozent auf 1975,00 Pence nach oben.

Titel des Mode-Einzelhändlers Next gewannen nach positiv aufgenommenen Quartalszahlen 6,03 Prozent auf 1 300 Pence. Aktien von Sage Group stiegen um 7,35 Prozent auf 226,50 Pence. Händler verwiesen insbesondere auf den Vorsteuergewinn, der über den Erwartungen gelegen habe.

Papiere von Old Mutual verloren hingegen nach einem von Händlern als enttäuschend bezeichneten Zwischenbericht des Versicherungskonzerns 1,11 Prozent auf 124,80 Pence. Aktien von Enterprise Inns gaben einen Teil ihres Kurssprungs am Vortag wieder ab und verloren 2,16 Prozent auf 499,00 Pence. Morgan Stanley hatte die Titel der Pub-Kette aus Bewertungsgründen von "Overweight" auf "Equal-Weight" gesenkt. Nachdem die Umwandlung in eine börsennotierte Immobiliengesellschaft (Real Estate Investment Trust, Reit) eingepreist sei, raten die Analysten zu Gewinnmitnahmen. Am Tag zuvor hatten die Aktien rund 29 Prozent gewonnen, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es nach Umstrukturierungen in einen Reit umgewandelt werden könne.

In Paris gewannen die Titel von Vallourec 2,32 Prozent auf 182,38 Euro, nachdem es für die Aktien nach der Vorlage von Quartalszahlen zunächst auf bis zu 165,05 Euro nach unten gegangen war. Die Zahlen des französischen Stahlunternehmens hätten zwar durchgehend unter den Schätzungen gelegen, sagten Börsianer. Nach Gerüchten über einen Einstig des Investors Vincent Bollore seien die Vallourec-Titel aber ins Plus gedreht.

Inbev verloren unterdessen in Brüssel nach einem überraschenden Gewinneinbruch 5,87 Prozent auf 49,98 Euro. ING-Analyst Gerard Rijk nannte das Ergebnis der belgischen Brauerei "eine schreckliche Mischung aus hohen Kosten und Problemen mit den Umsätzen in Brasilien und in Russland". Die Titel des dänischen Windenergie-Unternehmens Vestas Wind Systems stiegen dagegen nach zunächst negativ aufgenommenen Zahlen um 12,03 Prozent auf 568,00 dänische Kronen. Analysten der Citigroup relativierten, der Vorsteuergewinn sehe nicht so schlecht aus und signalisiere eine starke Ebit-Marge.

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