Marktbericht Schweiz
Börse Zürich nach Gewinnmitnahmen im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag mit deutlichen Kursverlusten beendet. Bereits in der Anfangsphase hatten die Kurse aufgrund von Gewinnmitnahmen nach dem starken Wochenbeginn deutlich nach unten gezeigt, nach der US-Eröffnung am frühen Nachmittag verschärfte sich der Abschwung noch.

HB ZÜRICH. Die US-Aktienindizes sind belastet von negativ aufgenommenen Daten aus der Unternehmens- und Konjunkturwelt schwächer in den Handel gestartet. Die Rekordjagd des Ölpreises und die Entwicklung der Produzentenpreise im April lösten Inflationsängste aus, sagten Händler. Die Kernrate der Preise war doppelt so stark gestiegen wie von Analysten erwartet. Auch die enttäuschend ausgefallenen Quartalszahlen von Home Depot belasteten die Stimmung.

Die Stimmung in den letzten Tagen sei wohl etwas zu gut beziehungsweise besser als die Lage gewesen, meinten Marktteilnehmer, daher sei der heutige Abschwung nicht verwunderlich. Ob sich die Stimmung aber grundsätzlich wieder zum Negativen gedreht habe oder ob es sich heute nur um vorübergehende Gewinnmitnahmen gehandelt habe, müsse sich in den nächsten Tagen noch zeigen.

Das Blue Chips Barometer SMI verlor bis zum Schluss 152,35 Punkte beziehungsweise 1,96 Prozent auf 7 626,58 Punkte und lag damit nur wenig über dem Tagestief von 7 614. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI ) büßte 2,03 Prozent auf 1 175,41 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI ) 1,86 Prozent auf 6 405,82 Punkte ein.

Größter Verlierer unter den SMI/SLI-Titeln waren Adecco mit einem Minus von 3,75 Franken beziehungsweise 5,9 Prozent auf 60,25 Franken, wobei ein guter Teil des Rückgangs auf den Dividendenabgang (1,50 Franken) zurückzuführen war. Auch die beiden Chemiewerte Clariant (-4,8 Prozent auf 11,90 Franken) und Ciba (-4,4 Prozent auf 34,50 Franken) standen weit oben unter den schwächsten Werten. Hier sprachen Händler vor allem von Gewinnmitnahmen nach den Avancen der letzten Wochen.

Richemont büßten mit einem Minus von 3,9 Prozent auf 66,10 Franken ebenfalls stark ein, nachdem Morgan Stanley aus Bewertungsgründen Rating und Kursziel für den Titel gesenkt hat. Der Luxusgüterkonzern wird am Donnerstag seine detaillierten Jahreszahlen 2007/08 präsentieren und dabei vermutlich auch über den aktuellen Geschäftsgang berichten. Der Branchenkonkurrent Swatch hielt sich mit-3,1 Prozent auf 293 Franken heute nur unwesentlich besser.

Aber auch andere Titel, die in jüngster Zeit zum Teil horrende Avancen gemacht haben, litten unter Verkäufen. So sanken etwa ABB um 3,8 Prozent auf 33,70 Franken oder Geberit um 3,3 Prozent auf 165,80 Franken.

Im Finanzsektor verzeichneten Credit Suisse (-2,5 Prozent auf 55,70 Franken), UBS (-1,6 Prozent auf 31,74 Franken) und Julius Bär (-1,6 Prozent auf 81,65 Franken) nach einer Studie von Lehman Brothers Abschläge. Das Institut hat die Gewinnprognosen zahlreicher europäischer Banken nach unten angepasst. Zudem hat die amerikanische Citigroup die Schätzungen für die heimischen Konkurrenten Goldman Lehman Brothers Holdings und Morgan Stanley gesenkt.

Unter den großkapitalisierten Werten verloren Novartis 1,8 Prozent, Nestle 1,6 Prozent und Roche 1,1 Prozent. Letztere litten u.a. unter einer kritischen Studie der Citigroup.

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