Marktbericht Schweiz
Börse Zürich: Weiterer Ausverkauf

Der Schweizer Aktienmarkt hat aufgrund der anhaltenden Finanzkrise die Sitzung vom Dienstag erneut mit deutlichen Verlusten beendet. Die Ängste vor einem drohenden Konkurs des US-Versicherers American International Group (AIG) und die möglichen Nachwirkungen der Involvenz von Lehman Brothers Holdings führten in erster Linie bei den Finanzwerten zu Abgaben auf breiter Front.

HB ZÜRICH. Gegen Schluss der Sitzung verbesserte sich die Stimmung an den internationalen Aktien allerdings etwas. Die Hoffnung habe sich ganz auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank heute Abend gerichtet, hieß es bei Marktteilnehmern. Zudem habe auch AIG die anfänglichen Abgaben von über 70 Prozent halbiert, da eine gewisse Hoffnung auf Rettung bestehe, hieß es.

Das Blue-Chips-Barometer SMI verlor zum Schluss aber doch wieder 206,18 Punkte oder 2,97 Prozent auf den Stand von 6 732,93 Punkte. Der 30 Unternehmen umfassende SLI büßte 2,89 Prozent auf 1 000,99 Punkte ein, der breite SPI gab 2,59 Prozent auf 5 676,18 Punkte ab.

Dass die letzten zwei Tage mit massiv sinkenden Aktienkursen nun der lange erwartete Sell Off gewesen sind, der als reinigendes Gewitter das Feld für eine bessere Stimmung ebnen könnte, glauben die wenigsten Marktbeobachter. Zu unsicher und undurchschaubar sei die Situation bei vielen Finanzunternehmen, als dass schon wieder Käufer im größeren Stil aufs Feld zurückkommen dürften, hieß es.

Nach dem gestrigen Verlust von fast 15 Prozent büßten die UBS-Titel erneut 17,2 Prozent auf 16,64 Schweizer Franken ein, zwischenzeitlich fiel der Kurs gar bis 15,18 Franken. Laut Marktkreisen haben auch Befürchtungen, dass die UBS vom Lehman-Konkurs stark betroffen sein könnte, für weitere Abgaben gesorgt. Die UBS versuchte zwar mit einem Statement am Nachmittag, dass die Kosten daraus nicht über 300 Mill. Dollar betragen dürften, die Märkte zu beruhigen, doch gelang ihr das nur sehr beschränkt.

Nicht für bessere Stimmung bei den Finanzwerten sorgten die Zahlen der US-Investmentbank Goldman Sachs, obwohl die Bank einen Quartalsgewinn melden konnte. Neben UBS büßten Swiss Re 13,0 Prozent auf 54,05 Franken am deutlichsten ein, aber auch Swiss Life Holding , Baloise und die Credit Suisse gehörten zu den größten Verlierern.

Gefragt waren die Aktien des Spezialchemiekonzerns Clariant , die 3,3 Prozent auf 11,19 Franken zulegten, wobei hier vor allem Übernahmespekulationen dafür gesorgt haben dürften. Am Montag hatte der deutsche Chemiekonzern BASF für Ciba ein Übernahmeangebot gemacht. Ob dieses allerdings erfolgreich sein wird, muss sich noch zeigen, hat sich doch heute der größte Ciba-Aktionär, die spanische Bestinver-Gruppe, gegen das Angebot ausgesprochen, weil es mit 50 Franken pro Aktie zu tief sei. Ciba verloren 1,4 Prozent auf 48,00 Franken.

Holcim positionierten sich mit einem plus von 3,2 Prozent auf 87,00 Franken ebenfalls unter den größten Gewinnen. Im Handel war von Marktgerüchten über ein Zusammengehen des Zementherstellers mit dem französischen Konkurrenten Lafarge berichtet.

Adecco profitierten von der heutigen Mitteilung, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Offerte für den britischen Konkurrenten Michael Page abgegeben werden soll. Sie stiegen um 1,3 Prozent auf 49,92 Franken. Man wolle finanziell diszipliniert bleiben, begründete Adecco den Entscheid. Am Markt hieß es, dass Management beweise nun, dass es ihm mit der Kostendisziplin ernst ist. Leicht im Plus schlossen auch noch Givaudan , Swatch, Lonza , Geberit und Nobel.

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