Marktbericht Schweiz
Gewinnmitnahmen belasten Börse Zürich

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag deutlich im Minus geschlossen. "Die Grundstimmung ist eigentlich nicht schlecht, zwischendurch kommt es aber aufgrund der großen Avancen in den letzten Wochen immer wieder mal zu Gewinnmitnahmen", sagte ein Marktteilnehmer.

HB ZÜRICH. Im Anschluss an die US-Eröffnung verstärkten sich die Abgaben phasenweise noch etwas, da auch an den US-Märkten die Gewinne der letzten Tage mitgenommen wurden.

Das Blue-Chip-Barometer SMI verlor bei Börsenschluss 0,70 Prozent auf 5 280,93 Zähler. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI büßte 0,33 Prozent auf 797,62 Stellen ein, der breite Swiss Performance Index SPI 0,45 Prozent auf 4 548,68 Punkte.

Die größten Abgaben unter den Blue Chips gingen zum Schluss an Synthes (-6,2 Prozent auf 106,20 Franken). Die Titel des Medtechunternehmens stehen seit der Vorlage von unerwartet schwachen Erstquartalszahlen letzte Woche deutlich unter Druck. größere Verluste erlitten daneben aber auch ZFS (-2,9 Prozent), Lonza (-2,7 Prozent) oder Actelion (-2,7 Prozent).

Daneben drückten auch die Schwergewichte Novartis (-1,8 Prozent), Nestle (-0,6 Prozent) und Roche Holding (-0,8 Prozent) auf die Indizes. Bei Nestle sprachen Händler von einer negativen Studie aus dem Hause UBS. Die Bank hat die Papiere von der "Most Preferred List" gestrichen. Nestle bleibe zwar ihr bevorzugter Large Cap, aber es fehle ein kurzfristiger Antrieb, begründen die UBS-Experten ihre Entscheidung. Die schwindenden Sorgen hinsichtlich einer Grippe-Pandemie liessen insbesondere die Kurse beim Tamiflu-Hersteller Roche Holding bröckeln, sagte zudem ein Marktteilnehmer.

Swiss RE (-1,4 Prozent) gaben nach einer Ratingabstufung nach. In einer Anlagestudie nahm das Aktienresearch der UBS die Ratingempfehlung auf Verkaufen (von Neutral) zurück.

Lange größter Verlierer waren Swiss Life Holding , die Titel erholten sich aber zum Schluss (-0,2 Prozent auf 89,85 Franken, Tagestief 84,30 Franken) wieder deutlich. Der größte Schweizer Lebensversicherer hat vorbörslich gewisse Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht und dabei etwas enttäuscht. Vor allem die schwachen Quartalszahlen von AWD und der Rückgang der Gruppensolvabilität drückten laut Marktteilnehmern auf den Kurs. Für etwas Unruhe sorge außerdem der Rücktritt von CFO Thomas Müller per Ende Juni. Auf dem tieferen Niveau sei es dann aber wieder zu Anschlusskäufen gekommen, hieß es.

Deutlich gegen den Markttrend stemmten sich UBS (+2,3 Prozent auf 16,07 Franken) mit ihren Zahlen zum ersten Quartal, wobei der Kurs unter dem Höchststand von 16,61 Franken schloss. "Einige Zahlen wie etwa die Neugeldzuflüsse und die Kernkapitalquote fielen besser aus, als wir erwartet hatten", kommentierte die Bank Vontobel das Ergebnis. Deren Analystin Teresa Nielsen rechnet in Zukunft mit deutlich geringeren einmaligen Belastungen und erwartet daher, dass die Bank im zweiten Quartal einen Gewinn erwirtschaften wird.

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