Marktbericht Schweiz
Kursverluste an der Börse Zürich

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag, belastet von Nachrichten zu der Schweinegrippe und aus dem Bankensektor, mit Verlusten abgeschlossen. Nach einem äußerst schwachen Beginn reduzierten in der zweiten Handelshälfte US-Konjunkturdaten die Abgaben.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag, belastet von Nachrichten zu der Schweinegrippe und aus dem Bankensektor, mit Verlusten abgeschlossen. Nach einem äußerst schwachen Beginn reduzierten in der zweiten Handelshälfte US-Konjunkturdaten die Abgaben. Im April ist das US-Konsumentenvertrauen überraschend deutlich angestiegen.

Die Sorge vor einer Grippe-Epidemie setzte vor allem Aktien in der Reiseindustrie und im Luxusgütersektor unter Druck. Dagegen waren die Genussscheine Roche mit der Aussicht auf höhere Umsätze mit dem Grippe-Medikament Tamiflu gefragt. Auf Seiten der Banken belastete ein Pressebericht, wonach die US-Großbanken Bank of America und Citigroup erneut Kapital benötigen würden.

Bis Börsenschluss büßte der SMI 1,29 Prozent auf 5 109,09 Zähler ein. Der Intraday-Tiefststand lag bei 5 050,80 Stellen. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI sank um 2,03 Prozent auf 758,25 Stellen, der SPI um 1,20 Prozent auf 4 352,62 Punkte.

Im Finanzsektor büßten bei den Bluechips sowohl Bankaktien wie UBS (-2,4 Prozent auf 14,23 Franken), Credit Suisse (-3,2 Prozent auf 42,76 Franken) oder Julius Bär (-2,8 Prozent auf 35,96 Franken) als auch die Versicherer Swiss Re (-6,0 Prozent auf 25,30 Franken), Swiss Life (-2,7 Prozent auf 86,55 Franken) oder Baloise (-2,7 Prozent auf 80,20 Franken) überdurchschnittlich an Wert ein. Bei Swiss Re hätten enttäuschende Quartalsergebnisse der Konkurrenz zusätzlich belastet. Der Rückversicherer wird am Donnerstag in einer Woche über den Geschäftsverlauf unterrichten.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch (-5,0 Prozent auf 157,60 Franken) und Richemont (-4,9 Prozent auf 19,89 Franken) waren weit hinten in der SMI-Tabelle zu finden. Der Verkauf von Uhren sei unter anderem auch von den Reisefrequenzen weltweit abhängig und die Reiseindustrie dürfte besonders rasch unter den Auswirkungen der Schweinegrippe leiden. Außerdem wird eine Ausbreitung der Grippe auf Asien befürchtet. Im breiten Markt spürten dies die Aktien des Reisespezialisten Kuoni (-2,0 Prozent) ebenfalls.

Größere Abgaben mussten auch die konjunktursensitiven Titel von ABB (-5,1 Prozent auf 16,06 Franken), Holcim (-3,9 Prozent auf 55,00 Franken) oder Clariant (-3,6 Prozent auf 5,70 Franken) hinnehmen. Die größten Kursverluste gingen aber auf das Konto von Synthes (-9,7 Prozent auf 116,40 Franken). Das Medizinaltechnikunternehmen hatte mit Zahlen zum Q1-Umsatz die Anleger enttäuscht. Die globale Rezession hinterließ bei Synthes deutliche Spuren.

Auf der Gewinnerseite legten Nobel Biocare am Ende 1,9 Prozent auf 21,92 Franken zu. Im breiten Markt ist die Konkurrentin Straumann (+5,0 Prozent) trotz des schwierigen Marktumfeldes im ersten Quartal gewachsen. Nobel Biocare bringt an diesem Mittwoch die Erstquartalszahlen.

Fester schlossen auch Roche (+1,4 Prozent auf 146,50 Franken). Der Wirkstoffhersteller Lonza stieg um 0,9 Prozent auf 107,00 Franken. Die beiden Schwergewichte Novartis (+0,1 Prozent auf 42,48 Franken) und Nestle (-0,9 Prozent auf 37,80 Franken) waren im Mittelfeld zu finden.

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