Marktbericht Tokio
Angst vor US-Rezession verschreckt Anleger in Asien

Den zweiten Handelstag in Folge fallen die Kurse an den asiatischen Börsen. Schuld sind die schlechten Arbeitsmarktzahlen aus den USA und die Befürchtungen, die USA könnten erneut in ein Rezession fallen.
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TokioDie Furcht vor einer neuen Rezession in den USA hat am Montag die asiatischen Aktienmärkte belastet. Anhaltende Sorgen über die Schuldenkrise in Europa drückte den Euro im fernöstlichen Handel auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Dagegen waren Staatsanleihen oder der Schweizer Franken , die als sichere Häfen gelten, gefragt. „In dieser Atmosphäre werden ausländische Investoren eher risikoscheu und passiv bleiben“, sagte Fondsmanager Mitsushige Akino von Ichiyoshi Investment Management. Anleger richteten ihr Augenmerk auf die Rede von US-Präsident Barack Obama zur Wirtschaft am Donnerstag sowie auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am selben Tag, sagten Händler. Zudem werde das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland zu den Finanzhilfen für das hoch verschuldete Griechenland mit Spannung erwartet.

In Tokio büßte der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 1,9 Prozent auf 8784 Zähler ein. Der breiter gefasste Topix-Index fiel 1,8 Prozent auf 755 Punkte. Auch die übrigen asiatischen Märkte in Taiwan , Singapur , Hongkong und Shanghai gaben deutlich nach. Der Aktienmarkt in Seoul verzeichnete mit einem Minus von 4,4 Prozent die deutlichsten Verluste.

Anlass für die Sorge der Investoren war der unerwartet schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, der ein Ende des Stellenaufbaus signalisierte und bereits zu kräftigen Kursverlusten an den Börsen in den USA und in Europa geführt hatte. Die New Yorker Börsen bleiben am Montag wegen eines Feiertages geschlossen. Hohe Erwartungen haben Experten in Obamas Rede allerdings nicht. „Eine wundersame Erholung wird es nicht geben“, sagte Fumiyuki Nakanishi, Marktstratege bei SMBC Friend Securities. Analysten zufolge steigt der Druck auf die US-Notenbank Fed, die US-Wirtschaft mit neuen Hilfen zu stützen.

Bei den Einzelwerten gehörten die Titel des Brokers Nomura Holdings mit einem Minus von knapp fünf Prozent zu den größten Verlierern in Tokio. Das Unternehmen gehört zu den Finanzinstituten, de von einer US-Aufsichtsbehörde im Zusammenhang mit der Finanzkrise verklagt wurde. Auch die Aktien von Unternehmen, die viele Waren in die Euro-Zone verkaufen, gerieten wegen der anhaltenden Sorgen über die Schuldenkrise und wegen des schwächeren Euro unter Druck. So büßten die Titel vom Elektronikriesen Sony vier Prozent ein, die vom Rivalen Toshiba 2,5 Prozent und die von TDK 4,2 Prozent. Die Anteilsscheine von Honda gaben 4,7 Prozent nach. Der Autobauer orderte weltweit fast eine Million Fahrzeuge wegen fehlerhafter Fensterhebel in die Werkstätten.

Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit dem 11. August und war zuletzt für 1,4150 Dollar zu haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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