Marktbericht Tokio
Anleger in Asien warten ab

Vor dem wichtigen Eurogipfel in Europa halten die Anleger in Fernost ihr Pulver trocken. Der Nikkei bleibt stabil oberhalb der 10.000-Punkte-Marke.
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TokioDie Aktienmärkte in Fernost haben sich am Donnerstag uneinheitlich präsentiert. Die Anleger in Asien schwankten zwischen Hoffen und Bangen, ob das Tauziehen in den Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks glimpflich ausgeht.

Zuversicht brachte ihnen dabei zwar die Einigung zwischen Deutschland und Frankreich auf eine gemeinsame Position zur Bewältigung der Griechenland-Krise. Doch kurz vor dem Euro-Gipfel am Mittag wagten sich viele Investoren nicht aus der Deckung. Der anhaltende Streit über eine Erhöhung der Schuldenobergrenze in den USA bremste die Börsen zusätzlich aus.

In Tokio konnte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index aber seine kräftigen Gewinne vom Vortag verteidigen und schloss kaum verändert bei 10.010 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,1 Prozent auf 860 Zähler. Auch die Börsen in Korea und Shanghai gaben nach. Die Aktienmärkte in Hongkong, Singapur und Taiwan verbuchten dagegen leichte Gewinne.  

Vor dem Schuldenkrisen-Gipfel in Brüssel warteten die meisten Investoren ab, sagte Mitsuo Shimizu von Cosmo Securities. Zudem sei in den USA noch keine Entscheidung zur Anhebung der Schuldengrenze getroffen worden. Der weltgrößten Volkswirtschaft droht Anfang August die Zahlungsunfähigkeit, sollte dieser Schritt ausbleiben.

Eine gesenkte Prognose des US-Chipherstellers Intel für den PC-Markt verdarb den asiatischen Technologie-Investoren die Kauflaune. Zu den Verlierern gehörte deshalb der PC-Komponenten-Hersteller Nidec, dessen Titel um 1,8 Prozent im Minus schlossen. Noch stärker bekam TDK den Trend zu spüren. Die Titel büßten 2,2 Prozent ein.  

Wegen des starken Yen gerieten zudem erneut Exporttitel wie Toyota und Sony unter Druck. Die Aktien des Autoherstellers verbilligten sich um ein halbes Prozent, die des Elektronikkonzerns gaben 0,8 Prozent nach.  Die Börsen in Hongkong und vor allem Shanghai hatten mit der Trendwende in der chinesischen Industrie zu kämpfen.

Diese ist im Juli zum ersten Mal seit zwölf Monaten geschrumpft. Der offizielle Einkaufsmanagerindex sank auf 48,9 von 50,1 Punkten im Vormonat. Damit fiel das Barometer auf den tiefsten Stand seit 28 Monaten und notierte unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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